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Olympia 2020/21: Ein Rückblick auf die Spiele in Tokio

Fans waren aufgrund der Corona-Pandemie nur vereinzelt zugelassen. [Foto: pixabay]
09.08.2021 14:29 - Özgün Ozan Karabulut

Die Olympischen Spiele 2020 sind beendet. Trotz Corona-Notstand wurden die Spiele in Tokio durchgeführt. Sportliche Highlights waren rar, Gesellschaftliches und Politisches stand bei den Sommerspielen in Japan im Fokus.

Die Spiele, die für 2020 geplant waren und kurz vor der Absage standen, fanden schließlich doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 statt. 205 Nationen und das Refugee Olympic Team nahmen teil. Auch Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben für Deutschland um Medaillen gekämpft. Wir haben einige Ereignisse der Spiele zusammengefasst.

Doppeltes Gold:

Im Hochsprung der Männer kam es zu einer Überraschung: Statt einem gab es zwei Gewinner. Der Katari Mutaz Essa Barshim und der Italiener Gianmarco Tamberi teilten die Goldmedaille. Tamberi und der amtierende Weltmeister Barshim hatten beide die Höhe von 2,37 Meter übersprungen und die gleiche Anzahl von Fehlversuchen bei einer Höhe von 2,39 Metern. Üblicherweise wird der Sieger dann in einem Stechen ermittelt. Die Hochspringer einigten sich jedoch, nicht zu stechen und sich die Goldmedaille zu teilen. Bronze gewann der Belarusse Maksim Jurjewitsch Nedassekau.

Vom Underground zur olympischen Sportart:

Als neue Sportarten wurden bei den Spielen in Tokio erstmals 3×3-Basketball (Streetball) und BMX-Freestyle eingeführt. Im 3×3-Basketball gewannen die Herren aus Lettland und die Damen der USA die erste olympische Goldmedaille der neuen Basketballvariante.
Base- und Softball, Surfen, Karate und Sportklettern waren ebenfalls neue offizielle Disziplinen in Tokio. 

Tokio: Olympische Spiele stehen in der Kritik

 

Skateboarding feierte sein olympisches Debüt und ist mit einem eigenen Regelwerk im Mainstream angekommen. In den Skateboarding-Disziplinen Street und Park wurde erstmals um Edelmetall gekämpft. Der Japaner Yūto Horigome wurde erster Olympiasieger und seine 13-Jährige Landsfrau Momiji Nishiya erste Olympiasiegerin im Skateboarding. Beide holten für Japan in der Variante Street die Goldmedaille.

ROC statt Russische Föderation:

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte im Dezember 2019 Russland von internationalen Sportveranstaltungen aufgrund manipulierter Doping-Daten gesperrt. Die Athlet:innen traten als Russisches Olympisches Komitee (ROC) mit einer eigenen Flagge an. Statt der Hymne der Russischen Föderation ertönte das Klavierkonzert Nr. 1 von Peter Tschaikowsky bei den Siegerehrungen.

Olympische Newcomer:

Alessandra Perilli aus dem 34.000 Einwohner-Staat San Marino gewann im Sportschießen in der Disziplin Trap (Wurfscheibenschießen) Bronze. Für Turkmenistan holte Polina Guryeva im Gewichtheben, in der Disziplin Stoßen, Silber. Leichtathlet Hugues Fabrice Zango aus Burkina Faso sprang im Dreisprung zu Bronze. Damit holten die drei Athlet:innen für ihre Nationen die ersten Medaillen überhaupt bei den Olympischen Spielen.

Agentenfilm in Tokio:

Kryszina Zimanouskaja ist eine belarussische Sprinterin, die im Vorlauf über 100 Meter ausgeschieden war. Als sie jedoch von belarussischen Funktionären aufgefordert wurde, an der 4 × 400-Meter-Staffel teilzunehmen, kritisierte sie dies öffentlich. Als Reaktion darauf wurde sie von den Funktionären und Trainern mutmaßlich zur Abreise gezwungen. Zimanouskajas Ausreise konnte jedoch im letzten Moment verhindert werden. Sie erhielt daraufhin ein humanitäres Visum von Polen, wo sie sich seit dem in Sicherheit befindet. Den involvierten Trainern wurde seitens des Internationalen Olympischen Komitees die Akkreditierung für die Spiele entzogen. 

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Einst Außenseiter und nun im Mainstream angekommen: die olympische Sportart Skateboarding. [Foto: pixabay]
 

Trans-Athletin bei Olympia:

Männer und Frauen: dazwischen gibt es keine Kategorie im Sport. Die neuseeländische Gewichtheberin Laurel Hubbard ist die erste Transgender-Athletin bei den Olympischen Spielen und brach mit den vorherrschenden Konventionen.

Heiratsantrag im Fernsehen:

Das DFB-Herrenteam war bereits früh ausgeschieden. Ein Fußballer hatte trotzdem allen Grund zur Freude: Max Kruse. Der Spieler von Bundesligist Union Berlin machte nach dem Spiel gegen Saudi-Arabien im ARD-Interview seiner Freundin einen Heiratsantrag. Dafür zog er  sein Trikot aus, unter dem ein Shirt mit einer Botschaft zum Vorschein kam. Darauf stand auf Kurdisch: „Ich liebe dich. Möchtest du mich heiraten?“

UDE-Studis in Tokio:

Die UDE-Studentin der Medizinischen Biologie Leonie Menzel nahm an den Spielen  teil und wurde Elfte beim Rudern im Doppelzweier. Wirtschaftsingenieurin Yvonne Li trat im Badminton an und schied aus dem Wettkampf aus.
Bei den Hockey-Damen reichte es ebenfalls nicht für eine Medaille. Lehramtsstudentin Pia Maertens und Maike Schaunig, die Soziale Arbeit studiert, verpassten mit der Niederlage im Viertelfinale gegen Argentinien den Einzug ins Halbfinale. Auch bei den Herren gab es eine UDE-Beteiligung. Das deutsche Hockeyteam der Herren um Medizinstudent Niklas Bosserhoff scheiterte sehr knapp im Spiel um Platz drei gegen Indien.

Neue Flagge, neues Glück:

Saeid Mollaei geriet bei den Judo-Weltmeisterschaften 2019 in den Fokus. Als iranischer Athlet wurde ihm seitens des Verbands deutlich gemacht aus dem Wettbewerb auszusteigen, um ein politisch brisantes Duell mit dem israelischen Judoka Sagi Muki zu verhindern. Er verlor absichtlich sein Halbfinal-Duell, um im Finale nicht auf Muki zu treffen. In Deutschland erhielt er Asyl und startete in Tokio erfolgreich für die Mongolei. Er gewann für sein neues Land die Silbermedaille in der Halbmittelgewichtsklasse bis 81 kg.
 

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