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GESELLSCHAFT

(Massentier-)Haltung in der Allianz-Arena

Seit dem Saisonstart der Fußball Bundesliga,

dürfen die Fans zurück in die Stadien.

[Symbolfoto: pixabay]

21.09.2020 12:42 - Canberk Köktürk

Kurz vor dem Saisonstart der 58. Spielzeit der Bundesliga am 18. September haben sich die Länder und die Deutsche Fußball Liga (DFL) für das Ende der Geisterspiele entschieden. Bis zu 20 Prozent der Stadion-Kapazität dürfen von den Vereinen genutzt werden. Durch die steigenden Corona-Infektionszahlen in München, blieb die Allianz-Arena beim Eröffnungsspiel leer. Trotz des vielen Platzes im Stadion, saßen die prominenten Zuschauer eng nebeneinander.

Ein Kommentar von Canberk Köktürk

Virolog:innen sagen im Herbst und Winter erhöhte Infektionszahlen voraus. Fallende Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit würden zu stärkeren Verbreitung von Covid-19 führen. Die DFL und der Deutsche Fußball Bund (DFB) möchten diesen Versuch mit einer wissenschaftlichen Studie begleiten, um Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus im Rahmen eines Bundesligaspiels zu beobachten und versprechen angemessene Hygienevorschriften. Im Signal Iduna Park waren am Samstag bereits zehntausend Fans zu Gast. Ob die bekannten Vorkehrungen bei mehreren tausenden Zuschauern ausreichen, wird sich zeigen. 

Trotz des Zuschauer:innenverbots beim Eröffnungsspiel saßen die hohen Tiere des FC Bayern München um Hoeneß, Rummenigge und Stoiber ohne Abstand und ohne Masken nebeneinander. Diese Dreistigkeit überbot, auf der Gegenseite, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FC Schalke 04, Clemens Tönnies. Der Verantwortliche für hohe Infektionszahlen, die durch die schlechten Arbeitsbedingungen in seinen Massenfleischereien verursacht wurden, saß ohne Abstand und Maske neben seinen einstigen Kollegen. Symbolisch zeigten die Mächtigen und Privilegierten des Fußballs, was sie von den Geisterspielen halten.

Durch die Ignoranz der einflussreichen Männer des Fußballs, kann die Ungeduld bei den Anhänger:innen weiterhin steigen. Neben solchen unprofessionellen Aktionen, bringt auch dieses Experiment Gefahren mit sich, für mehr Frustration und weniger Verständnis zu sorgen, wenn wöchentlich neu entschieden werden muss, ob Zuschauer:innen ins Stadion dürfen. Damit die Rückführung der Zuschauer:innen undramatisch bleibt, darf die Frechheit der Vorstandsmitglieder des FC Bayern München und des FC Schalke 04 vom DFL nicht ungestraft bleiben.
 

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