Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Beziehungsweise

Liebe auf Distanz

30.09.2020 11:21 - Lena Janßen

Lisa* und Ben* führen seit drei Jahren eine Fernbeziehung. Die Beiden trennen 313 Kilometer: Lisa studiert in Duisburg, Ben arbeitet als Ingenieur in Heidelberg. Wir haben mit Lisa über eine Beziehung zwischen Skype, ständigen Abschieden, Vermissen und Wochenenden gesprochen.

„Eine Fernbeziehung hat für Ben und mich Vor- und Nachteile“, erzählt Lisa. „Wir sind beide Menschen, die viel Zeit für sich brauchen.

In der Woche kann ich meinem Studium nachgehen, Freunde treffen oder Zeit alleine verbringen.“ Trotzdem telefonieren oder skypen sie beinahe täglich. Lisa beschreibt ihren Austausch als „generell reger“, als sie es bei Paaren beobachtet, die am selben Ort leben. „Wir erleben wenig Dinge oder Situationen im Alltag gemeinsam, deswegen gibt es immer viel zu erzählen. Außerdem ist uns aufgrund der Distanz Kommunikation sehr wichtig.“ 

Kennengelernt haben Lisa und Ben sich über eine Online-Dating-Plattform. Ben besuchte damals einen Freund in der Umgebung von Duisburg, schnell kam es zu einem Match: „Schon beim Schreiben stimmte die Chemie und Ben bot an, kurz vor seiner Abreise einen Abstecher nach  Duisburg zu machen. Dieses Angebot konnte ich nicht ablehnen.“ Nach dem ersten Treffen stand für beide fest: Sie müssen in Kontakt bleiben und sich wiedersehen. „Am Anfang sind wir vielleicht etwas zu lapidar damit umgegangen, dass da 313 Kilometer zwischen uns liegen. Aber die guten Gefühle für den jeweils anderen haben einfach überwogen“, berichtet Lisa weiter. Schnell stand eine Fernbeziehung im Raum: „Wir haben gar nicht viel darüber gesprochen: Macht das jetzt Sinn? Wir haben uns einfach dazu entschieden, es auszuprobieren.“

„Ich würde nichts anders machen“

Mittlerweile sind Lisa und Ben seit drei Jahren ein Paar und die Beziehung auf Distanz hat sich eingependelt. „Wir versuchen uns jedes zweite Wochenende im Wechsel zu besuchen und nutzen diese Stunden dann auch ganz intensiv für uns als Paar, alles andere wird da zur Nebensache. Wir schaffen bewusst Zeit füreinander“, führt Lisa aus. Einmal im Jahr fahren sie gemeinsam in den Urlaub und in den Semesterferien verbringt Lisa hin und wieder mehrere Tage am Stück bei Ben: „Dann erleben wir auch mal Alltag zusammen. Es ist gut zu wissen, dass das zwischen uns klappt“, erzählt sie lachend. Denn für die Zukunft planen die beiden einen gemeinsamen Wohnort. „Die vielen Abschiede und das Vermissen sind anstrengend. Ich mache mir häufig Gedanken darüber, ob Ben darunter genauso leidet und mich ebenso vermisst. Man macht sich generell viele Sorgen.“ Lisa schaut dennoch positiv in die Zukunft: „Ich möchte Ben in meinem Leben nicht missen, er ist mir den Aufwand der Fernbeziehung wert. Ich würde nichts anders machen.“ 

*Namen von der Redaktion geändert

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