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GESELLSCHAFT

Let's talk about Sex, Baby!

Make Sex great again! [Symbolbild: pixabay]

08.07.2019 12:34 - Lena Janßen

Wenn es um Sex geht, dann möchten wir doch alle am liebsten, das er möglichst gut ist. Das dieser Zustand direkt von Beginn an zur Normalität gehört – sind wir doch mal ehrlich – ist wohl eher die Ausnahme, als die Regel. Damit Sex von Zeit zu Zeit besser werden kann, gibt es vor allem eine Lösung: miteinander sprechen! 

Eine Kolumne von Lena Janßen

Kaum etwas ist so intim, wie die persönlichen Vorlieben beim Sex. Darüber zu sprechen lässt das Gegenüber also ganz schön tief blicken und kann im ersten Moment ein Akt der Überwindung sein. Doch offen über die eigenen Bedürfnisse bei sexuellen Kontakten zu kommunizieren ist auf vielen Ebenen von Bedeutung. Der wichtigste Faktor beim Sex sollte immer vor allem Eines sein: Dass sich alle Beteiligten wohl in und mit der Situation fühlen. Denn obwohl Sex zu den schönsten Dingen im Leben gehören kann, kann dabei auch Einiges schief laufen. Fingern, dass sich wie Aufspießen anfühlt. Penetration, die einem Marathonlauf gleich kommt. Es gibt etliche Horrorszenarien, die sich im Bett abspielen können. Häufig führen die schlechten Gegebenheiten nur zu einer Sache: gesteigerte Frustration. Die Lust auf den Austausch von Körperlichkeiten schwindet von Mal zu Mal. Auf keinen Fall sollte man mit Rückzug und Schweigen auf den Sex-Frust reagieren. Warum sollte man auch eine Farce nach der Anderen über sich ergehen lassen? 

Communication is Key

Die Lösung liegt auf der Hand. Kommunizieren, was man möchte und auch was man nicht möchte. Das ist genauso eine gute Möglichkeit, um herauszufinden was der*die Partner*in gerne mag und was nicht. Der*Die Sexpartner*in wird relativ unwahrscheinlich durch reines Handauflegen oder Hellsehen herausfinden können, was die Bedürfnisse und Vorlieben des Gegenübers sind. 
Eine große Rolle beim Sex spielt unter anderem auch die eigenen Grenzen abzustecken: Dein*e Sexpartner*in kann zum Beispiel total auf Oralverkehr stehen, doch für dich kann dies eine absolute Grenze

Sex ist auch eine Art gemeinsamer Prozess, in dem man sich aufeinander einstellt.

bedeuten. Damit es während des Sex nicht zu unangenehmen Situationen kommt oder das eigene Wohlbefinden gefährdet wird, kann man schon im Voraus deutlich machen, wo die Wohlfühlzonen enden. Darauf können sich dann beide Parteien einstellen und trotzdem das Bestmögliche füreinander und miteinander aus dem Sex herausholen. Hin und wieder kann auch non-verbale Kommunikation funktionieren: Gefällt dir zum Beispiel eine bestimmte Handlung an einer Stelle deines Körpers besonders gut, dann kannst du die Hand deines*deiner Partner*in nehmen und sie dorthin führen. Eine weitere Möglichkeit ist der Dirty Talk, bei dem du deinem*deiner Partner*in ins Ohr flüstern kannst, wo du gerne berührt werden möchtest. Andersherum kann beim Sex aber auch immer direkt in der Situation kommuniziert werden, wenn sich etwas nicht gut anfühlt oder sogar weh tut. Denn dann kann im besten Falle sofort eine Verbesserung angestrebt werden. Selbiges gilt für das Ausprobieren von neuen Dingen, wie zum Beispiel neue Sexstellungen, Sex Toys, etc. Auf der einen Seite kann es für Beide eine bereichernde, neue Erfahrung sein. Und auch gute Erfahrungen können offen kommuniziert werden. Denn wenn sich grade etwas gut anfühlt, warum nicht auch das einmal gerade heraus sagen! Auf der anderen Seite ist es genauso wichtig deutlich auszusprechen, wenn dir etwas nicht gefällt und du es nicht weiter oder erneut versuchen möchtest. 

Hat man über einen längeren Zeitraum miteinander Sex, dann ist es eine Art gemeinsamer Prozess, in dem man sich aufeinander einstellt. Die Kommunikation über die eigenen Wünsche dabei ist die Möglichkeit den Sex stetig zu verbessern und zu lernen Bedürfnisse offen einem Mitmenschen zu vermitteln. So intim Sex ist, so ist er auch eines der normalsten Dinge auf dieser Welt. Und da unsere Zeit auf dieser Erde begrenzt ist, sollten wir sie nicht mit schlechtem Sex verbringen: Let's talk about Sex, Baby!

Lizenzfreies Bild von Pixabay
 

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