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Leben um den Zyklus: Der Alltag im Einklang mit der Periode

Leichte Sporteinheiten können während der Periode guttun. [Foto: pixabay]

19.11.2021 11:56 - Helena Wagner

Die vier Phasen des Zyklus sind den meisten bekannt. Doch oft haben Menstruierende Schwierigkeiten damit, starke körperliche Symptome mit ihrem Alltag zu kombinieren. Wir geben euch Tipps, wie ihr im Alltag auf euren Körper in den verschiedenen Phasen des Zyklus reagieren könnt, um euch das Leben mit Zyklus etwas zu vereinfachen.

Es ist nichts neues, dass es guttut, auf seinen Körper zu hören. Doch menstruierenden Personen wird oft suggeriert, dass man seine Aufgaben im Alltag ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen muss, trotz starker zyklusbedingter Symptomatik. Es kann jedoch schon helfen, wenn man kleine Dinge verändert, die große Linderung und langfristige Hilfe schaffen können.

Dazu könnt ihr den Zyklus in vier Jahreszeiten aufteilen. In der ersten Woche eures Zyklus befindet ihr euch im Winter. Im Winter werden Ressourcen aufgebraucht, ihr fühlt euch vielleicht müde und schlapp und seid körperlich oft nicht in der Lage, Großes zu schaffen. Während dieser Zeit findet die Blutung statt, die bei vielen Menstruierenden mit Unterleibskrämpfen, Migräne und Rückenschmerzen einhergeht.

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Bei einer solchen körperlichen Reaktion auf die hormonelle Situation des Körpers liegt es auf der Hand, dass Ruhe die beste Medizin ist. Doch im Alltag können menstruierende Personen nicht einfach einmal im Monat bei der Arbeit oder im Studium krankheitsbedingt fehlen. Um dem Körper die nötige Kraft zu geben, solltet ihr in dieser Phase darauf achten, einen geregelten Schlafrhythmus beizubehalten. Ruhe ist jetzt besonders wichtig für den Körper. Ihr müsst kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr es in den Tagen eurer Periode nicht zum Sport schafft oder euch nicht danach ist, euch zu bewegen. Falls ihr jedoch Lust dazu habt, hilft ein wenig Yoga oder eine kleine Cardioeinheit. Gewichtheben und Hochleistungssport solltet ihr vermeiden. Vielleicht habt ihr schon selbst gemerkt, dass euer Körper dazu in den meisten Fällen nicht die nötige Kraft hat. Eisenhaltiges Gemüse wie Kohl und Spinat kann euch außerdem helfen, die Beschwerden zu lindern. Achtet darauf, ob vegane oder vegetarische Ernährung während eures Zyklus die Symptome verstärkt oder verbessert.

Frühlingsfest und Hochsommer

Woche zwei eures Zyklus steht für den Frühling: Wie in der Natur blühen wir im Frühling auf. Die Hormone in eurem Körper wirken etwas weniger, und so könnte es sein, dass ihr merkt, dass ihr wieder Lust und neue Motivation schöpft. Auch für euren Körper ist die kalte Jahreszeit vorbei, Gewichtheben und Leistungssport sind kein Problem mehr. Oft sind menstruierende Personen in dieser Zeit voll mit neuen Ideen und Tatendrang. Wenn ihr merkt, dass ihr Energie habt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um etwas vorzuarbeiten. So könnt ihr euch im Winter mehr schonen, da der Körper nun neue Energien speichert.

In der Zyklusmitte liegt der Sommer. Der Eisprung spielt hier eine entscheidende Rolle, denn die Ovulationsphase hat hormonell eine große Auswirkung auf Menstruierende. Eine gesteigerte Libido ist in dieser Phase nicht selten. Auch hier fällt es oft leicht, Neues anzugehen und aktiv zu sein. Es ist die perfekte Zeit, um nach getaner Arbeit mit Freund:innen in den Club zu gehen und neue Kontakte zu knüpfen. In dieser Phase ist der Sinn für die Außenwelt ausgeprägter. Eurem Körper tut es in dieser Phase gut, sich viel zu bewegen und Energie rauszulassen.

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Menstruationsartikel müssen im Alltag immer griffbereit sein.
[Foto: pixabay] 

Kleine Hormone, großes Gefühlschaos

Die Lutealphase könnt ihr mit dem Morgen nach einer Party vergleichen: Der Körper geht langsam in den Energiesparmodus. Es ist Zeit, aufzuräumen und die Partydeko abzuhängen. Der körperliche Herbst bereitet uns auf den Winter vor, der uns am Anfang des Zyklus wieder bevorsteht. Plötzliche Tränen, Wutausbrüche und Frustration sind in dieser Phase keine Seltenheit. Menstruierende kennen den Begriff PMS (Prämenstruelles Syndrom) in dem Zusammenhang bestimmt. Hormonelles Durcheinander kann sich negativ auf die Stimmung auswirken. 

Bei manchen Menstruierenden kann diese Phase so heftig sein, dass es sich um die PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) handelt. Diese Störung führt zu starker psychischer, depressiver Verstimmung in der Woche vor der Periode und kann auch noch während der Periode auftreten. Wenn ihr bei euch selbst in der Woche vor eurer Periode etwas Ähnliches feststellt, sprecht mit eurem:r Frauenarzt:ärztin. In dieser Phase kann es helfen, die Sporteinheiten langsam herunterzufahren. Manche Menstruierende berichten auch davon, dass es ihnen guttut, wenn sie nochmal alles geben. Schaut hier, wonach ihr euch am ehesten fühlt. Nährstoffreiches Essen tut eurem Körper ebenfalls gut. Stellt euch vor, ihr wärt ein Eichhörnchen, das bald in den Winterschlaf geht. Was würde diesem Eichhörnchen guttun?

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