Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Konzeptlos durch die Pandemie

Maskenpflicht in Parks, aber Schulöffnung - die Corona-Maßnahmen wirken nicht immer konsequent. [Symbolfoto: David Peters]
​​​​​​​16.03.2021 10:21 - David Peters

Lockerungen, Verschärfungen, Impfungen und Maskenpflicht – die deutsche Politik gibt bei der Corona-Pandemie keine gute Figur ab. Häufig wirkt sie planlos und nimmt stattdessen die Menschen in die Pflicht. Dabei braucht es in dieser Krise einen klaren Kurs und nachvollziehbare Maßnahmen.

Ein Kommentar von David Peters

Im November wurde mit dem „Lockdown light“ das öffentliche Leben zu großen Teilen eingeschränkt. Das sei nötig, um die Infektionszahlen zu senken und Lockerungen würde es erst wieder geben, wenn dieses Ziel erfüllt sei, hieß es damals. Gesunken sind sie – die Werte aus dem Sommer 2020 oder der ersten Welle liegen aber noch in weiter Ferne. Seit Mitte Februar steigt der Inzidenzwert wieder, trotzdem hat die Politik entgegen der Ankündigung aus dem November weitere Lockerungen beschlossen. Seit dem 15. März sind in Nordrhein-Westfalen alle Schulen wieder offen. Schüler:innen sollen also den ganzen Tag mit ihrer gesamten Klasse in einem Raum verbringen. In der Freizeit darf man sich aber höchstens mit einem weiteren Hausstand treffen und in vielen Parks herrscht Maskenpflicht. Wie soll man das noch verstehen?

Vielen Menschen fehlt in dieser Krise die Perspektive. Natürlich wollen wir die Pandemie bekämpfen, aber sehnen wir uns nicht alle nach der gewohnten Normalität? Die Hoffnung auf eine schnelle Impfung haben die meisten in Deutschland wohl schon begraben. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland mit einer Impfquote von 7,4 Prozent (Stand: 13. März) weit abgeschlagen. Spitzenreiter Israel hat fast 60 Prozent der Bevölkerung geimpft. Auch die Anmeldung für Impftermine klappte zu Beginn vielfach nicht. Zudem kündigte der Hersteller des AstraZeneca-Impfstoffes an, viel weniger Impfdosen als versprochen zu liefern. Gesundheitsminister Spahns Versprechen, bis zum Sommer allen Bürger:innen ein Impfangebot zu machen, wirkt inzwischen kaum noch realistisch.

Die Politik muss sich endlich auf einen klaren Kurs einigen. Lockerungen um jeden Preis bedeuten nicht nur Tote, sondern auch ein weiteres Fortdauern der Pandemie mit einem ständigen Wechselspiel aus verschärften Maßnahmen und Lockerungen. Für den Einzelhandel und die Gastronomie ein Todesstoß. Die Alternative wären konsequente Einschränkungen mit Sinn und Verstand, aber vor allem das klare Ziel, die Inzidenzzahlen so weit zu senken, dass unter Einhaltung von Maskenpflicht und Abständen ein halbwegs „normales“ Leben wieder möglich ist. Vielleicht schafft es Deutschland bis dahin auch, bei den Impfungen nicht mehr nur im Schneckentempo voranzukommen.

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