Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Kohleausstieg – Ja bitte!

(Foto: vic)

10.12.2018 13:36 - Victoria Göres

Es ist KlimaKohleDemo in Köln – ein Protest, der von verschiedensten Vereinen wie dem BUND, Campact oder Greenpeace, aber auch von Parteien wie den Grünen oder der Linken organisiert wird. Zeitgleich gehen auch Menschen in Berlin unter demselben Motto – „Kohle stoppen! Klimaschutz jetzt!“ – auf die Straße. Alle stehen für mehr Umweltbewusstsein und -schutz ein. Unsere Redakteurin Victoria Göres war in Köln dabei.

Auf dem Kölner Bahnsteig rufen bereits die ersten Leute „Climate Justice“ und ich werde von einer grünbunten Menge mitgezogen, hinunter in die Bahnhofshalle. Dort hallen die Rufe noch lauter und immer mehr Menschen stoßen von allen Gleisen dazu, machen sich auf den Weg zur Deutzer Werft. Auch Menschen aus dem Hambacher Forst sind zugegen, um sich gegen die Räumung der Baumhäuser und die Rodung des Waldes zu stellen. Seitdem die geplante Rodung des Waldes durch die Medien ging, sind auch die Diskussionen um Klimaschutz und Kohleausstieg in Deutschland wieder deutlich lauter geworden.

Eine ältere Dame mit weißem Haar erzählt mir, dass sie seit 40 Jahren für Klimaschutz kämpft. Sie kommt aus Aachen und hat selbst angebautes Gemüse dabei, das sie auch anderen anbietet. Wieder andere erzählen, dass sie extra aus Frankfurt, Kassel oder – so wie ich – aus dem Ruhrpott angereist sind . Ich sehe junge Leute, ältere Menschen, neben mir schiebt jemand einen Kinderwagen und aus einem der großen Bürogebäude läuft ein Mann im Anzug, um sich den Mengen auf dem Weg zur Werft anzuschließen.

„Wir sind die letzte Generation, die eine noch größere Klimakatastrophe verhindern kann!“

36.000 Menschen für den Klimaschutz

Auf dem großen Platz tummeln sich noch mehr Leute. Dicht an dicht drängen sie sich vor einer Bühne, auf der Reden gehalten werden, die sich für das Pariser Klimaabkommen aussprechen und mehr Klimaschutz einfordern. Weiter hinten haben verschiedene Organisationen Stände aufgebaut, geben Infomaterial heraus. In den Broschüren und Flyern wird erläutert, was der Klimawandel ist und wie drastisch die Situation ist. Außerdem wird über das Pariser Klimaabkommen aufgeklärt, in dem festgelegt wurde, dass die globale Erwärmung nicht mehr als °2 Grad betragen soll und mit welchen Maßnahmen man dieses Ziel erreichen will – unter anderem durch den Umstieg auf erneuerbare Energie, also auch durch den Kohleausstieg.

Die Polizei ist natürlich auch vor Ort – ich erkundige mich, wie viele Teilnehmenden erwartet werden: Fünf bis Zehntausend Menschen, auch wenn klar ist, dass es jetzt schon mehr sind. Später erfahre ich im Kölner Stadtanzeiger, dass in Köln und Berlin insgesamt über 36.000 Menschen demonstrierten.

Nach den Kundgebungen sammeln sich alle um einen Zug aus Traktoren und großen Wagen – ein bisschen wie bei den Karnevalszügen der Domstadt, nur in Grün und mit deutlich ernsterem Thema. „Wir sind die letzte Generation, die eine noch größere Klimakatastrophe verhindern kann!“ sagt  eine junge Demonstrantin, die mit einer Affenmaske in der Gruppe des „Hambi“ steht. Für den Demo-Umzug durch die Kölner Innenstadt haben die Gruppen aus dem Wald dazu aufgerufen, sich „zum Affen zu machen“ – die Demonstrant*innen kommen mit Affenmasken oder gar im Kostüm nach Köln, um so die aktuelle Klimapolitik auf die Schippe zu nehmen.

Warum auf die Straße?

Der Umzug selbst ist groß und laut. Große Lautsprechertürme auf den Demowagen spielen Lieder, man macht Lärm und ist unbequem. Immer wieder wird in Sprechchören „Climate Justice“ und der Kohleausstieg verlangt. Auf der Deutzer Brücke sind Aktivist*innen an Straßenlaternen hinaufgeklettert, um Banner zu hissen.

Da die Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe – wie zum Beispiel Braunkohle – enorm viel Kohlenstoffdioxid produziert, fordern viele Menschen den Kohleausstieg, da dieser zur deutlichen Verbesserung des Weltklimas beitragen würde – nicht zuletzt auch dazu, dass man die Klimaziele des Pariser Abkommens einhalten würde oder auch das Klimaziel, dass Deutschland sich selbst gesteckt hat. Bisher sieht es allerdings so aus, als würden diese Ziele verfehlt werden, weshalb die Menschen auf die Straße gehen und demonstrieren.

Anderthalb Stunden später endet der friedliche Protest wieder an der Werft. Als die Abschlusskundgebungen stattfinden ist der Platz ist leerer als am Anfang. Teils wiederholen sich die Reden vom Anfang. Doch langsam werden es immer weniger – Aufbruchstimmung, die Demo ist so gut wie vorbei, auch ich gehe.

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