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GESELLSCHAFT

Ihr erstes Mal mit dem Radio-Mann

Safer-Sex ist wichtig, lasst euch nichts anderes einreden. [Symbolbild: Pixabay]

10.03.2019 16:38 - Julia Segantini

Selina* hatte ihr erstes Mal mit mitte 20. Große, romantische Ansprüche hatte sie nicht mehr, sie war vor allem neugierig. Ihr erster Sex verlief dann leider alles andere als optimal, denn die flüchtige Bekanntschaft, die sie in ihr Schlafzimmer einlud, war nur an seinem eigenen Vergnügen interessiert.

Dass sie an diesem Abend entjungfert wurde, hat sie ihm nicht gesagt. Fragt man sie heute, erkennt sie mehrere Warnzeichen, die auf den schlechten Sex hätten hinweisen können, sagt sie. „Wir standen in meiner Küche und haben uns geküsst. Er war sehr zungenintensiv, hat mir schmerzhaft auf die Unterlippe gebissen“, erinnert sie sich lachend. „Ich habe abgebrochen, ihn angeguckt und neu gestartet, das ganze drei Mal“, erzählt sie. Ihre körperlichen Signale habe er aber ignoriert. Ins Schlafzimmer ließ sie ihn trotzdem. „Ich war halt horny“, erklärt sie.

„Er hat versucht, mit seinen Fingern irgendwas zu tun, wobei ich nicht weiß, was das werden sollte, das war eher unangenehm“, beschreibt sie. Um zum eigentlichen Akt zu kommen, griff sie nach einem Kondom. „Wir haben es geschafft innerhalb der drei Minuten, die der Spaß gedauert hat, vier Positionswechsel zu vollziehen, allesamt unangenehm. Und er hat den Radio-Mann gemacht (Anm. d. Red.: Am Nippel wie an einem Lautstärkeregler drehen) und Dirty-Talk versucht, der aber nicht sexy war.“ Er habe keine Rücksicht auf sie genommen und sich sehr egoistisch verhalten. „Er fickt mich, aber nicht mit mir“, beschreibt Selina ihn.

Warum Vaginas nicht ausleihern können

Die Vagina ist ein etwa 8 bis 12 cm langer Muskel. Genau wie andere Muskeln kann sie sich an- und entspannen, wie das zum Beispiel bei der Penetration geschieht. Würde sie sich bei Erregung nicht weiten, wäre gar kein Platz für den Penis oder Vibratoren. Wie beim Sport wirkt eine häufige Betätigung straffend und kräftigend, somit haben Frauen mit häufigem, lustvollem Sex theoretisch eine starke (und enge) Muskulatur. Märchen über das Ausleiern der Vagina durch häufigen Sex sind deshalb eben genau das: ein Märchen, dass Frauen davon abhalten soll, ihre Sexualität frei auszuleben.

Im Vorhinein habe er behauptet, Frauen würden bei ihm immer zum Höhepunkt kommen. Selina ist davon überzeugt, dass er mehrfach angelogen wurde. „Er hat mich beim Sex in einem Atemzug gefragt ‚bist du gekommen, kann ich kommen?‘ Wenn du seit drei Minuten versuchst mit ihm zu kommunizieren, er aktiv nicht darauf hört und du einfach keinen Bock mehr hast, ihn aber auch nicht von dir runterstoßen willst, ist das die einfachste Methode, den ganzen ‚Spaß‘ zu beenden, mit einem knappen ‘jo’ zu antworten“, meint sie.

Als er nach dem Sex fragte, ob er noch bleiben soll, war ihre Antwort klar: „Ne, die nächste Bahn kommt in drei Minuten“. Trotz der negativen Erfahrung war es ihr wichtig, ihn auf seine Fehler aufmerksam zu machen, „schließlich habe ich ihm auch irgendwie etwas vorgespielt“. Dabei habe sie sich Mühe gegeben freundlich und respektvoll zu sein. Auf ihre Sprachnachricht reagierte er wütend. „Man hat gemerkt, dass du ständig mit Leuten schläfst und schon voll ausgeleiert bist“, antwortete er. Außerdem habe man schon daran gemerkt, dass sie Kondome in ihrer Nachttischschublade aufbewahrte, was für eine „Schlampe“ sie sei. Die Love Story der beiden endete danach überraschend.

*Name von der Redaktion geändert

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LIDL wirbt mit der Aussage „Loch ist Loch“. Doch wie viel ist an der Aussage eigentlich linguistisch dran?
 

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