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How To Analsex

Damit läuft es wie geschmiert: Analplug und Gleitgel. [Foto: Redaktion]

13.08.2019 10:58 - Redaktion

Für viele eine Fantasie, für andere der Horror. Über Analsex wird in der Öffentlichkeit noch weniger gern gesprochen als über Sex generell. Wahrscheinlich, weil das mit dem Po zu tun hat. Und wir wissen ja alle, was da raus kommt. Scheiß’ drauf – lasst uns über Analsex reden. 

Dabei gilt es einiges zu beachten. Zunächst solltet ihr euch mit eurem*r Partner*in klar darüber sein, dass ihr das beide ausprobieren wollt. Bock darauf zu haben ist genauso okay, wie bei der bloßen Vorstellung zusammenzuzucken. Analsex kostet viele mehr Überwindung als vaginale Penetration. Deshalb brauchen diese Menschen oft eine besondere Vertrauensebene mit dem*der Partner*in. Wie bei jedem anderen (Sex-)Thema gilt deshalb: Communication is Key. Sprecht auf jeden Fall darüber; warum ihr (keine) Lust drauf habt, wie ihr euch das vorstellt und was eure Ängste sind. 

Wenn ihr bereit seid, es ausprobieren, solltet ihr einige Vorbereitungen treffen. Ein Einlauf ist nicht nötig. Vorher aufs Klo zu gehen ist aber keine schlechte Idee. Aber auch nur, wenn ihr müsst. Auf Penetration verzichten solltet ihr, wenn der Po schon gereizt ist, also wenn er zum Beispiel schon etwas strapaziert ist, weil der Magen gerade nicht so mitspielt. Habt keine Angst davor, dass der Penis nach dem Sex eventuell etwas, sagen wir, schmutzig sein könnte. Ist halt ein Arschloch. Das Ganze ist aber wirklich sauberer, als viele vielleicht denken. Aus zweierlei Gründen empfiehlt sich hier besonders ein Kondom: erstens bleibt dann das Toy oder der Penis sauber und zweitens schützt es vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Beim Analsex entstehen nämlich schnell Mikrofissuren, also winzige Verletzungen, die eine Infektion begünstigen. 

Immer langsam und mit viel Gleitgel

Wo wir schon bei Verletzungen sind: Euch sollte klar sein – so (b)anal das klingt: Ein Arschloch ist keine Vagina. Typ, das heißt für dich, dass du da nicht einfach reinballern kannst, auch wenn das in Pornos so funktioniert. Für Mädels, die ihre*n Partner*in mit dem Finger oder Toys penetrieren wollen, gilt natürlich das Gleiche. Wenn ihr soweit seid, im Bett zu liegen und loszulegen: Findet die richtige Stellung. Am besten etwas, wo der*diejenige, der*die penetriert wird, entspannt liegen kann. Empfehlenswert ist dafür zum Beispiel die Löffelchenstellung. 

Dass das am Anfang weh tut, ist total normal.

Ganz wichtig: Benutzt jede Menge Gleitgel. Anders als die Vagina wird der Po nämlich nicht feucht genug. Ohne Gleitgel wird’s also schmerzhaft. Beachtet, dass Gleitgel und Kondom sich vertragen müssen. Das könnt ihr auf der Verpackung des Gleitgels nachlesen. Es gibt sogar extra Gleitgel für Analsex. Muss aber nicht unbedingt sein, wenn ihr eh noch eine angebrochene Packung habt. Ich kann es nicht oft genug betonen: Nehmt ordentlich Gleitgel. Wenn ihr denkt, dass es zu viel ist, ist es gerade genug. 

Und dann nehmt ihr euch Zeit. Arbeitet euch ganz langsam vor. Bevor der Penis oder der Dildo eindringt, solltet ihr den Po mit einem oder mehreren Fingern oder mit einem Spielzeug, zum Beispiel einem Analplug, vorbereiten. Schaut einfach, was da für euch am besten funktioniert. Direkt mit dem Penis anzufangen ist ungefähr so, als würde man versuchen, mit einem LKW in eine sehr enge Gasse zu fahren. Also lieber vorsichtig vorantasten, so bekommt der*die passive Partner*in schon mal ein Gespür dafür, ob sich das Ganze überhaupt gut anfühlt und welches Tempo funktioniert. 

Dass das am Anfang weh tut, ist total normal. Ihr müsst also entscheiden, wie weit ihr gehen wollt, ob ihr die Schmerzen gerade okay findet und weiter machen wollt, oder ob ihr lieber aufhört. Der*die aktive Partner*in muss dabei unbedingt auf euch hören! Da gibt’s dann auch keine Diskussion, stopp heißt stopp. 

Wenn alles gut läuft, kommt ihr bald zu dem Punkt, an dem es sich gut anfühlt. Interessant für alle Menschen mit Vagina: jetzt wo der Spaß hinten stattfindet, kann man vorne ganz viel machen! Übrigens ist das auch eine Alternative für alle, die sich nicht wohl damit fühlen, während der Periode vaginalen Sex zu haben. Zu betonen wäre, dass man durch Analsex per se zwar nicht schwanger werden kann; allerdings kann das Sperma aus dem Hintern in die Vagina laufen. Benutzt einfach ein Gummi, ist sowieso immer besser. Nach dem Analsex kann sich der Hintern übrigens etwas „verwirrt“ anfühlen, gerade, wenn es das erste Mal war. Dann ist er wenn ihr aufs Klo geht erstmal irritiert, wenn plötzlich wieder etwas raus statt rein kommt. Das legt sich aber nach ein, zwei Tagen oder sogar nach wenigen Stunden wieder.

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