Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Heimspiel für Zivilcourage

Felix Koblenzer vom Lernzentrum des BVB. (Foto: privat)

28.08.2018 18:27 - David Peters

Der Fußball und seine Fans werden gerne als Spiegelbild der Gesellschaft bezeichnet – im positiven aber auch im negativen Sinne. Antisemitismus, Homophobie, Rassismus und weitere Diskriminierungsformen gehören auch im Fußball zum Alltag. Das BVB-Lernzentrum möchte mit einem Wettbewerb ein Zeichen dagegen setzen und Zivilcourage fördern.

Infos zum Wettbewerb

Der Wettbewerb „Heimspiel für Zivilcourage“ wird in den Kategorien Videoclip (zwei bis zehn Minuten lang) und Foto/Comic (zwei bis zehn DIN A4-Seiten lang) ausgetragen. Die Beiträge sollten sich mit einem der Themenfelder „Zivilcourage & Gewalt“, „Rassismus & Diskriminierung“, „Migration & Interkulturalität“, „Flucht & Asyl“, „Homophobie“ oder „Inklusion von Menschen mit Behinderungen“ beschäftigen.

Die Teilnehmer*innen sollen sich in Gruppen von drei bis zehn Menschen organisieren und im Alter von 12 bis 22 Jahren sein. Bis zum 31. Oktober 2018 können die Beiträge eingereicht werden. Nähere Informationen und die vollständigen Teilnahmebedingungen gibt es auf der Seite www.heimspielfuerzivilcourage.de.

„Wir hatten das Gefühl, dass es sehr viele Negativnachrichten gibt, die gerade im Bezug auf Fußball eher das Gegenteil von Zivilcourage zeigen. Da dachten wir, es wäre eine coole Idee, Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, eine andere Perspektive zu zeigen“, erklärt Felix Koblenzer vom Lernzentrum die Intention des Wettbewerbs. Die Teilnehmer*innen sollen sich mit Perspektiven auf Zivilcourage auseinandersetzen und in zwei Kategorien Videos, Comics oder Instagramstories erstellen. Borussia Dortmund muss natürlich nicht der Hauptbestandteil der eingereichten Beiträge sein, sollte aber vorkommen. In der Themenwahl seien die Beteiligten zwar relativ frei, das Lernzentrum hat allerdings einige Themenfelder vorgegeben, die sich in der Arbeit des Lernzentrums wiederfinden, so Koblenzer.

Digital Natives ansprechen

„Die Überlegung war das Handy als Medium zu nutzen, weil gerade junge Menschen als digital natives dort sehr bewandert sind. Wir hoffen, dass dieses DIY-Konzept die Leute zum Mitmachen animiert.“ Bevor es zu einer Entscheidung kommt, müssen die Wettbewerbsbeiträge von einer Jury zur Vorauswahl geprüft werden. „Die eingereichten Beiträge werden überprüft, ob sie den Teilnahmebedingungen entsprechen. Die Beiträge dürfen beispielsweise nicht diskriminierend sein, sie sollten den guten Ton nicht verfehlen und auch keine Urheberrechtsverletzungen enthalten“, führt Koblenzer weiter aus.

Bis zum 31. Oktober müssen die Beiträge eingereicht werden. Im November wird dann durch das Lernzentrum eine Shortlist erstellt. Auf dieser Shortlist sollen dann zehn Beiträge stehen, über die in einer Publikums-Votingphase entschieden wird. Im Dezember werden die Gewinner*innen auf einer Abschlussveranstaltung bekannt gegeben. Natürlich gibt es für die Teilnehmenden auch etwas zu gewinnen: „Als ersten Preis gibt es VIP-Tickets für ein Borussia-Heimspiel, als zweiten Preis einen Heimspielbesuch für eine ganze Klasse. Die Preise kann man in beiden Kategorien gewinnen.“

BVB noch immer ein Problemfall?

Borussia Dortmund war noch vor einigen Jahren ziemlich in Verruf, man sei nicht konsequent genug gegen Neonazis innerhalb der eigenen Fanszene vorgegangen. Hat gerade Dortmund es also nötig, einen solchen Wettbewerb zu Zivilcourage und gegen Diskriminierung abzuhalten? Für Koblenzer ist das nur teilweise richtig: „Borussia Dortmund macht schon eine ganze Menge mittlerweile, besonders gegen Rechtsextremismus. Bei Fußballvereinen findet man einen Querschnitt der Gesellschaft und es gibt momentan eine erstarkte Rechte. Ich glaube, dass jeder Verein so etwas nötig hätte.“

Einen bestimmten Anlass für diesen Wettbewerb gab es allerdings nicht. „Wir hatten das Gefühl, wir können noch mehr machen und wollen auch mehr machen“, so Koblenzer.
Auf die Frage, ob dieser Wettbewerb eine einmalige Geschichte sein soll, antwortet Felix Koblenzer wie aus der Pistole geschossen und sehr freudig: „Hoffentlich nicht. Wir schauen wie das angenommen wird, eigentlich ist es das Ziel, dass das weiterläuft. Das Lernzentrum hat einige Leuchtturmprojekte wie zum Beispiel das Derby Zivilcourage, bei dem sich Dortmunder und Gelsenkirchener Schüler*innen sich treffen, über das Derby sprechen und wie man gewaltfrei mit Differenzen umgehen kann. Und da soll der Wettbewerb eingereiht werden.“

Was passiert mit den Essener Theatern?

Wie es momentan um die Kulturhäuser in Essen steht, erklärt Christoph Dittmann.
 

Redakteur*in gesucht

Werde Teil unseres Redaktionsteams!
 

Tatort Hörsaal – Upskirting während der Vorlesung

Mitten in der Vorlesung eine Kamera, die filmt, zwischen den Beinen zu haben. Nele ist es passiert und sie kann rechtlich fast nichts dagegen tun.
 
Konversation wird geladen