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GESELLSCHAFT

Gesetzesentwurf der FIFA: Mutterschutz für Spielerinnen

„Wir wollen, dass Frauen professionelle Fußballerinnen sein, aber gleichzeitig auch eine Familie haben können.“ [Foto: pixabay]

01.12.2020 12:46 - Canberk Köktürk

Am 19. November stellte die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) einen neuen Gesetzesentwurf vor, der Spielerinnen während und nach der Schwangerschaft vor finanziellen Schwierigkeiten und Ausgliederung aus dem Sport schützen soll. Im Dezember wird der Entwurf dem FIFA-Rat vorgelegt. 

„Wir wollen, dass Frauen professionelle Fußballerinnen sein, aber gleichzeitig auch eine Familie haben können“, sagte die FIFA-Frauenfußball-Beauftragte Sarai Bareman laut der Deutschen Presse Agentur. Dabei hat sich die FIFA beim Gesetzesentwurf „Mindestarbeitsbedingungen für Spielerinnen“ auf fünf neue Artikel geeinigt und wird sie im Dezember dem FIFA-Rat vorlegen. Aktuell gibt es keine Regelungen für Spielerinnen, die sie während und nach der Schwangerschaft schützen. Folgende Veränderungen sollen die Spielerinnen in Zukunft in ihren Arbeitsbedingungen während und nach der Schwangerschaft weltweit unterstützen: 

Die Spielerinnen haben Anspruch auf Mutterschaftsurlaub. Mindestens 14 Wochen sollen die Spielerinnen bezahlten Urlaub bekommen, wovon mindestens acht Wochen nach der Geburt während der Vertragslaufzeit liegen müssen. Dabei sollen ihre Arbeitgeber:innen zwei Drittel ihres vertraglich vereinbarten Gehalts zahlen. Das entspricht den üblichen Regelungen für deutsche Arbeitnehmerinnen, die allerdings währenddessen weiterhin ihr volles Gehalt bekommen. Die Spielerinnen bekommen ebenfalls das Recht, nach Beendigung des Mutterschaftsurlaubs wieder in den aktiven Fußballbetrieb zurückzukehren. Ihr Arbeitgeber:innen sind verpflichtet, sie wieder in den Fußball einzugliedern und für eine angemessene laufende medizinische Betreuung zu sorgen.

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Aus dem Mutterschutz wieder aufs Feld. [Foto: pixabay]
 

Zusätzlich müssen die Arbeitgeber:innen die Möglichkeit anbieten, dass Spielerinnen ihre Säuglinge stillen und/oder Muttermilch abpumpen können. Dafür müssen geeignete Einrichtungen bereitgestellt werden. Schwangere Spielerinnen, die weiterhin ihrer Arbeit nachgehen, haben das Recht auf regelmäßige und unabhängige medizinische Beratung. Ihnen soll zudem das Recht eingeräumt werden, auf andere Weise für ihre Arbeitgeber:innen tätig zu sein. Keine Spielerin darf aufgrund ihrer Schwangerschaft in irgendeiner Weise benachteiligt werden. Folglich gilt eine einseitige Kündigung des Vertrags einer Spielerin aufgrund ihrer Schwangerschaft als Kündigung ohne triftigen Grund.

Der fünfte Artikel des neuen Gesetzesentwurf betrifft den Verein, der durch die Schwangerschaft eine Spielerin ersetzen muss. Diese Vereine dürfen, wenn der Rat den Vorschlag annimmt, außerhalb der Registrierungsperiode einen Ersatz für die ausfallende Spielerin unter Vertrag nehmen. Eine Spielerin, die aus dem Mutterschaftsurlaub kommt, darf dann zu jeder Zeit wieder in den Fußballbetrieb zurück, ohne, dass auf eine Registrierungsperiode gewartet werden muss. „Nach dem jüngsten enormen Wachstum und dem einzigartigen Erfolg der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft im letzten Jahr in Frankreich beginnt für den Frauenfußball die nächste Entwicklungsphase“, so FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die FIFA müsse deshalb einen regulatorischen Rahmen schaffen, der den Bedürfnissen des Frauenfußballs Rechnung trägt.
 

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