Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Geld weg und Roboter bauen!

Foto: CC BY 2.0 Wonderlane (https://www.flickr.com/people/wonderlane/)

25.03.2018 14:55 - Lea Sleiman

Ein Kommentar von Lea Sleiman



Mir gehen die meisten politischen Diskurse gehörig auf den Senkel, weil sich oft alles um Legitimationen von Sozialleistungskürzungen dreht. All das im Namen vom Konkurrenzkampf um angeblich knappe Ressourcen. Obwohl der gesellschaftliche Reichtum durch technische Innovationen nur größer wird: Mehr Güter, schnellere Produktion – im Bestfall ohne menschliches Zutun.

Dass beim Thema Automatisierung Angst vor Arbeitslosigkeit aufkommt, hängt damit zusammen, dass wir für Dinge bezahlen und dafür arbeiten müssen. Über diesen Unsinn sollten wir hinwegkommen. Denn das schafft isolierte Individuen, die allein für ihren Erwerb verantwortlich und abhängig von ihren Vorgesetzten sind, die schlechte Bezahlung ihres Berufsfeldes hinnehmen und oftmals täglich monotone Arbeit verrichten müssen. Im Angesicht unserer Technologie erscheint mir das unmündig und peinlich.
Dabei muss das schöne Leben keine Utopie sein. „Hat ja schon mal nicht geklappt” reicht als Gegenargument nicht aus. Kommunismus ist die Idee von einer staatenlosen Gesellschaft, in der kleinere soziale Einheiten Regeln formulieren, Dinge produzieren und solidarisch, je nach Möglichkeit und Überschuss, an andere Assoziationen abgeben und das wurde so bisher nicht umgesetzt.

Momentan produzieren Menschen die weltweiten materiellen Güter. Würden die technischen Standards überall aufs höchste Niveau gebracht, bräuchte es aber fast gar keine Menschen mehr. Dann könnten wir for free produzieren und nutzen. Wie etwa durch eine weltweite Online-Cloud, in der Leute 3D-Designs posten und allen zur Verfügungen stehen. Aber hey, kein Zwang , kannst deine post-kapitalistischen Nikes auch als Einzige*r tragen. So etwa stell ich mir Hightech-Kommunismus vor, mit automatisierten Bahnen aus erneuerbaren Ressourcen, die Zulieferungen an so etwas wie Supermärkte fahren, nur ohne Kassen. Dafür braucht man saubere Hightech-Zukunft und Zugang zu technischen Innovationen für alle.

Wer die durch Roboter gesicherte Existenz ohne Gegenleistung nicht will: Viel Spaß im Raubtierkapitalismus. Der wird die nächsten Jahre noch schlimmer , weil ohne soziale Sicherungen global mehr Kapital konzentriert werden kann. Hightech-Kommunismus kann auch Versorgungsautomatisierung genannt werden, falls das weniger historisch bedingte Ressentiments auslöst. Den autoritären UdSSR-Staatskapitalismus will ich nämlich echt nicht aus der Mottenkiste kramen.

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