Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Fotostrecke: Frauenkampftag in Düsseldorf

Diese Demonstrant*in bringt zum Ausdruck, was sich vermutlich viele Frauen denken, wenn sie ihren Alltag bestreiten. [Foto: Dennis Pesch]

14.03.2019 13:54 - Dennis Pesch

Rund 1.500 Menschen sind am Samstag, 9. März zur landesweiten Demo zum Frauenkampftag in Düsseldorf gekommen. Wir haben ein paar Fotos geschossen und mit einigen Teilnehmer*innen gesprochen.

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Unter den Demonstrant*innen befanden sich auch viele Kurd*innen. Sie skandierten: „Jin, Jiyan, Azadi“, was auf Deutsch übersetzt: Frauen, Leben, Freiheit bedeutet.

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Viele der Anwesenden streiten für intersektionalen Queerfeminismus. Sie wollen, dass alle Geschlechteridentitäten gleichberechtigt anerkannt werden und fordern, dass Feminismus auch alle anderen Diskriminierungsformen mitdenkt und thematisiert.

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„Stoppt die Gewalt gegen Frauen“, fordert die Landesarbeitsgemeinschaft autonomer Frauenhäuser in NRW auf diesem Schild.

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Diese Demonstrantin will das Patriarchat fallen sehen: „Gegen Macker und Sexisten, Fight The Power, Fight The System.“

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Die Demonstrant*innen bilden eine Gasse um den Lautsprecher-Wagen nach durchzulassen.

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Britta Braubach sagt: „Ich bin halb deutsch, halb Nicaraguánerin. In Deutschland sind wir noch weit weg von kompletter Gerechtigkeit für Frauen. Ich habe gesehen wie Frauen in Lateinamerika leben und wir sind da vergleichsweise noch sehr sehr weit hinten. Frauen dürfen bei uns nicht abtreiben, nicht selbst über ihren Körper bestimmen. Wenn man homosexuell ist, wird man diskriminiert.

Ich fordere körperliche Selbstbestimmung, Respekt auf der Straße, damit wir keine Angst haben müssen, wenn wir raus gehen. Wenn ich in der Zukunft irgendwann eine Mutter bin, will ich nicht dass meine Kinder mich fragen, warum ich nichts gemacht habe. Meine Mutter hat auch für mich gekämpft und ich kämpfe auch für die Frauen, die schon vor 100 Jahren auf der Straße waren.“

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„Feminismus ist für Alle“, sagt diese Demonstrant*in.

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„Women don't owe you shit“ - Frauen schulden dir einen Scheiß.

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Ein großes Thema war auch, dass der größte Teil der Reproduktionsarbeit nach wie vor von Frauen erledigt wird, ob in der Pflege, bei der Erziehung, im Haushalt oder in anderen Bereichen, die Frauen in eine stereotype Geschlechterrolle und damit oftmals auch in die Armut drängen.

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Die studentische Gruppe an der Kunsthochschule für Medien in Köln sagt: „Gebhard Henke ist Dozent bei uns und war angestellt in verschiedenen Positionen beim WDR, unter anderem als Tatort-Koordinator. Nachdem Vorwürfe von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch öffentlich geworden sind, hat der WDR ihn entlassen. Er ist aber noch Dozent bei uns an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Seine Seminare werden derzeit boykottiert.

Er gehört bei uns zur Gruppe Film und Fernsehen und macht vor allem Produktionsseminare. Das ist auch eine der Schwierigkeiten, das quasi bei uns auf der Schule eine starke Verwebung von Theorie und Praxis da ist. Viele Leute sind in der Film- und Fernsehbranche tätig und wir haben als Studierende ein großes Abhängigkeitsverhältnis, was auch ein Klima der Angst erzeugt. Es gibt viele Leute, die sich nicht trauen, sich zu äußern. Er hat auch Drohungen ausgesprochen gegen andere Dozierende. Wir fordern deshalb seinen Rücktritt.“

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Nazli Saremi ist die Pressesprecherin der Demonstration: „Wir sind ein Bündnis aus internationalem Frauenstreik NRW, dem Migrantinnen-Verein, der feministischen Aktion Düsseldorf, dem alevitischen Frauenverein und kurdischen Frauenverein. Die Demo heute ist vor allem für FLINT Personen gedacht, also Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binäre und Trans-Personen.“

„Wir stehen hier für körperliche Selbstbestimmung, das Recht auf freie Abtreibungen und Information und somit die Abschaffung der Strafgesetzbuch-Paragraphen 218 und 219a. Wir wollen auch Sicherheit für Frauen fordern, weil einfach nahezu jede FLINT-Person, mit der wir geredet haben, schon mal Gewalt ausgesetzt war.“

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