Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

FFF – Aufruf zu weltweitem Klimastreik

Auch in Bochum gingen Menschen auf die Straße. [Foto: Paul Kortüm-Jung]
02.10.2020 14:04 - Lena Janßen

Am vergangenen Freitag rief die Bewegung Fridays For Future (FFF) zum globalen Klimastreik auf – zum ersten Mal seit der Corona-Krise. Um die 3000 Aktionen fanden weltweit statt. Auch im Ruhrgebiet gingen die Menschen auf die Straße. 

Nachdem die Proteste rund um die Bewegung Fridays For Future im vergangenen halben Jahr aufgrund der Corona-Pandemie fast ausschließlich im Internet stattfanden, wurde für den 25. September erstmalig wieder zu einem physischen Protest aufgerufen. Auf der ganzen Welt versammelten sich Menschen, um für eine bessere Klimapolitik auf die Straße zu gehen. Laut Fridays For Future waren rund 3000 Aktionen weltweit geplant. In Deutschland fand die größte Aktion in Berlin auf der Straße des 17. Juni statt. „Hell yeah, wir sind immer noch da“, rief Luisa Neubauer, eine der führenden Aktivistinnen der Bewegung, bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor den Demonstrierenden zu. Die Bewegung in Deutschland fordert von der Bundesregierung den Kohleausstieg bis 2030 und eine Klimaneutralität bis 2035. 

Für Fridays For Future war die Corona-Krise eine zehrende Zeit. Seit über einem Jahr gingen vor allem Schüler:innen jeden Freitag auf die Straße, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Die Pandemie schränkte den wöchentlichen Aktionismus beträchtlich ein. Diesen Klimastreiktag mit denen im Vorjahr zu vergleichen, wäre wenig sinnvoll, betonten FFF-Aktivist:innen bereits im Vorfeld der Proteste. Es wäre allein aufgrund der Abstandsregeln nicht möglich, die Teilnehmer:innenzahl des vergangenen Jahres auf die Straßen zu bringen. 

Proteste mit Hygienekonzept

Auch im Ruhrgebiet wurde am 25. September in vielen Städten zu Protesten unter dem Motto „Kein Grad weiter“ aufgerufen, darunter in Dortmund und Bochum. In Dortmund war zu sechs verschiedenen Aktionen aufgerufen worden, unter anderem war auch eine Fahrrad-Demonstration geplant. „Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass unsere Regierung entschlossen handeln kann, wenn sie möchte. In der Klimakrise läuft uns wirklich die Zeit davon, nur spüren dies zuerst andere. Durch jede weitere Emission verlieren Menschen ihre Gesundheit, ihr Zuhause oder ihr Leben. Wir müssen jetzt ganz klar sagen: Kein Grad weiter!”, erklärt der Dortmunder FFF-Aktivist Marlon Philipp. In Bochum waren zu Beginn 200 Demonstrierende angemeldet, knapp über 1000 Teilnehmende wurden am Ende des Klimastreiks gezählt. 

Im Vergleich zu den vergangenen globalen Protesten der Bewegung, waren diesmal weitaus weniger Aktivist:innen an den Demonstrationen beteiligt. Dies lässt sich auf die aktuelle Pandemie-Situation zurückführen, die trotz des FFF-Hygienekonzeptes die Zahl der Teilnehmer:innen begrenzt. Eine Teilnahme an allen Demonstrationen war nur mit einer Maske und eingehaltenem Sicherheitsabstand möglich. Außerdem gehörte zum Hygienekonzept die Planung mehrerer kleiner Proteste in den verschiedenen Städten, statt eines großen. Aufgrund steigender Infektionszahlen mussten bereits geplante Proteste, unter anderem in München, abgesagt werden. In Hamburg hatte das Sozialgericht das von FFF-Hamburg vorgelegte Hygienekonzept verworfen. Die dortigen Aktivist:innen zogen vor das Verwaltungsgericht und bekamen Recht. Bereits organisierte Aktionen konnten stattfinden. 
 

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