Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Feuchte Zungen und trockene Gedanken

Was sich liebt, das leckt sich. [Symbolbild: Pixabay/Karin Laurila]

08.04.2019 14:28 - Julia Segantini

Welcher Zungentyp sind Sie? Der nasse Lappen (einmal feucht durchwischen, bitte!), Gene Simmons (der KISS-Sänger hat die längste Zunge der Welt und gilt als Zungenakrobat), oder der blinde Maulwurf (einfach blind drauflos wühlen)? Machen Sie jetzt den Test mit Anita*, Physik*-Studentin der UDE, und Ciara*, Studentin der Volkswirtschaft* an der UDE.

Den Test müsst ihr dann leider woanders machen, denn wir sind nicht die Cosmopolitan. Trotzdem bestand bei einigen Lesenden nach unserer Kolumne zum Thema Fingern Redebedarf zur artverwandten Disziplin des Leckens. Anita hat da nämlich viele negative Erfahrungen gemacht: „Fast alle Partner, die ich hatte, behaupteten, dass sie darauf stehen, eine Frau oral zu befriedigen, aber die meisten hatten absolut keine Erfahrung und wussten nicht wirklich, was sie da tun“, berichtet sie. Ihre Wünsche zu kommunizieren, habe nicht funktioniert. „Das hat ihn nur eingeschüchtert und die Stimmung kaputt gemacht. Meinen Hinweis hat er als Kritik wahrgenommen, als würde ich ihn als schlechten Liebhaber bezeichnen.“

 

Im Anschluss habe sie ihn tagelang trösten müssen, damit es überhaupt wieder zum Sex kommen konnte. „Ich habe danach sogar manchmal einen Orgasmus imitiert, in der Hoffnung, dass ihn das wieder aufmuntert“, erinnert sie sich. Eine Freundin habe mit ihrem Freund das gleiche Problem gehabt und den Orgasmus einige Male vorgetäuscht. „Und das hat den Partner wohl so happy gemacht, dass er danach mehr Lust auf auf Oral-Sex hatte und sie dann tatsächlich befriedigt hat“, erzählt sie. Bei ihr habe das aber nicht funktioniert. 

Kommunikation und Handykameras

Offensichtlich kann man beim Lecken also einiges falsch machen, zum Beispiel körperliche Signale zu ignorieren. Simpel ausgedrückt: ein entgegenkommendes Becken ist gut, ein zurückweichendes Becken ist schlecht. Wenn es schlecht ist, schweifen die Gedanken ganz schnell ab. Und dann kommen einem so Sachen in den Sinn wie: „Wenn er*sie jetzt hoch guckt, ist das dann ein bisschen so, wie wenn ich meine Handykamera öffne und erstmal die Innenkamera angeht? Oh Gott, bitte nicht! Schau mich bloß nicht an!“ 

Auch Ciara war lange Zeit kein Fan vom Lecken – zumindest nicht, wenn es Männer gemacht haben: „Bevor ich mit meiner damaligen Freundin zusammen kam, war ich eigentlich durch mit dem Thema“, sagt sie. Dass Viele nicht wissen, was sie tun, führt sie auf mangelhafte Kommunikation zurück. „Vielleicht denken die, das ist gut, weil niemanden ihnen gesagt hat, dass es nicht gut ist. Da schließe ich mich selber nicht aus, ich habe das auch oft nicht gesagt“, gibt sie zu. Als sie mit ihrer ersten Freundin zusammen kam, änderte sie ihre Meinung zum Oral-Sex. „Ich habe meiner Freundin damals gesagt, dass ich das nicht mag, als sie gerade anfangen wollte. Und sie hat mich total erschrocken angeguckt. Das lag aber nur daran, dass es niemand konnte. Ab da mochte ich es wieder“, berichtet sie. Jetzt bezeichnet sie es sogar als Hauptbestandteil vom Sex. 

*Namen und Studienfach zur Anonymisierung von der Redaktion geändert

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