Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Essen/Duisburg: Streikeslust = Bürger*innenfrust?

"But I would walk 500 miles, and I would walk 500 more" - The Proclaimers (Foto: caro)

09.04.2018 14:38 - Sarah Dannehl



Sie streiken wieder! Am Dienstag, 10. April, ist wieder Zeit für einen ausgiebigen Morgen-und Nachmittagspaziergang zur Arbeit und Uni. Denn dann werden unter anderem in Essen und Duisburg wieder alle Busse, Trams und U-Bahnen in ihren Depots stehen bleiben. Vielleicht klingt es erstmal absurd, aber wie wäre es, statt zu nörgeln, einfach mal die positiven Seiten zu sehen?

Endlich ist der Frühling auch bei uns angekommen und bei Sonnenschein und wohlig-warmen Temperaturen ist ein Spaziergang doch viel schöner als im miefigen Bus mit 30 anderen gehetzten und gestressten Menschen zu hocken. Stattdessen könnt ihr an der frischen Luft eure Gedanken baumeln lassen und mal ganz bewusst durch eure Straßen und Viertel gehen, statt in Eile mit Scheuklappen durch die Stadt zu flitzen. Wer weiß, an dem einen oder anderen Café, der urigen Buchhandlung oder einem kleinen Stadtteillädchen seid ihr bisher bestimmt mit dem öffentlichen Nahverkehr einfach vorbeigefahren.

Und überhaupt: Wenn nichts fährt, muss man wenigstens auch auf nichts warten. Die ewig und immer zu spät kommende 109 in Essen oder die 903 in Duisburg fahren quasi ausnahmsweise nach Plan; die Anschlüsse können nicht verpasst werden und die gefühlt zehnte Betriebsstörung des Monats fällt aus. Alles halb so wild also, oder?

Etwas für die Gesundheit tun

Zugegeben: Wie frisch die Luft in einer Großstadt ist, darüber lässt sich streiten. Konkret zeigt sich das an der Gladbecker Straße, wo der Abriss von Häusern für eine Verbesserung der Luftqualität sorgen soll. Zu hoch seien die Feinstaubmesswerte wegen des hohen Verkehrsaufkommens. Aber dennoch: So ein Spaziergang hat großen Einfluss auf die Gesundheit. Denn ganz nebenbei tankt ihr jede Menge Vitamin D und könnt die Brausetabletten getrost im Drogeriemarkt stehen lassen. Euer Gehirn dankt euch nicht nur für die extra Zufuhr an Sauerstoff, denn die Bewegung sorgt gleichzeitig auch für Stressabbau. Da der Kampf um die Kursplätze zu Semesterbeginn schon anstrengend genug ist, ist etwas Entlastung doch ganz praktisch. Außerdem stärkt ihr durch die zusätzliche Bewegung nicht nur Muskeln, Immunsystem und Ausdauer, ihr könnt abends auch direkt besser einschlafen und erholt in den nächsten Tag starten.

Natürlich, der*die eine oder andere regt sich trotzdem auf, ist frustriert und weiß sich nicht zu helfen. Schließlich interessiert es die Arbeitgebenden herzlich wenig, wie die Arbeitnehmenden zur Arbeit kommen - die Anwesenheit zählt. Aber genau das soll ja auch so sein: Ihr sollt euch aufregen. Ihr seid das Druckmittel der Streikenden. Und so schlimm wie Tom Hanks im Clip von extra 3 wird es euch sicherlich nicht ergehen:



Wer aber dennoch keine Zeit und/oder Lust auf einen Ausflug zu Fuß hat, ist zwischen Essen und Duisburg weiterhin mit dem Pendelbus der Universität Duisburg-Essen (UDE) mobil. Da die Linien der Deutschen Bahn nicht vom Streik betroffen sind, können einige Personen auch auf die S9 (Steele – Essen Hbf), S6 (Kettwig – Innenstadt) und S9/RE 14 (Borbeck – Innenstadt) ausweichen. Neben Fahrgemeinschaften und Carsharing bleiben letztlich auch noch das eigene Fahrrad oder die öffentlichen Räder von Byke und MetropolradRuhr. Studierende der UDE haben außerdem den Vorteil, die vergünstigt zu nutzen: Die ersten 60 Minuten sind kostenlos, danach werden für jede weitere halbe Stunde 50 Cent berechnet. Wer vorher auf ein anderes Fahrrad umsattelt, fährt aber wieder 60 Minuten gratis. Möglich ist das durch die vom AStA initiierte Kooperation mit dem Unternehmen Nextbike.

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