Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Ein veraltetes Relikt

Grund- und Realschullehrkräfte verdienen deutlich weniger als ihre Kolleg*innen an höheren Schulformen. Gerecht ist anders. (Foto: 41330/pixabay.com/CC0)

15.12.2017 16:30 - Philipp Frohn



Ein Kommentar von Philipp Frohn

Enorme Gehaltsunterschiede sind bei Lehrer*innen keine Seltenheit. Je nachdem, ob die Lehrkraft verbeamtet oder angestellt ist, in welchem Bundesland und an welcher Schulform sie unterrichtet, ergeben sich große Einkommenslücken. Während der verbeamtete Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg in der untersten Besoldungsgruppe mit rund 4.100 Euro nach Hause geht, beschränkt sich das Brutto-Entgelt der nordrhein-westfälischen Grundschullehrerin auf rund 3.100 Euro.

Die bessere Bezahlung von Gymnasiallehrer*innen entspringt dem Gedanken einer vermeintlich wertvollen Elitenbildung. Schließlich hätten Lehrkräfte der Sekundarstufe II ein deutlich höheres Arbeitsvolumen, da sie komplexeren Unterrichtsstoff aufbereiten und Schüler*innen durchs Abitur bringen müssen.

Doch verschleiert diese Argumentation, dass sich das Aufgabenfeld in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat – vor allem für Grund- und Realschullehrkräfte, die beträchtlich weniger verdienen. Neben dem Unterrichten treten wichtige Mehraufgaben wie die Inklusion und die Beschulung geflüchteter Kinder in den Fokus. Diese neuen Herausforderungen bedeuten in der Realität, dass mehr Zeit in die Unterrichtsvorbereitung investiert werden muss – obwohl Grund- und Realschullehrkräfte ohnehin schon mehr Stunden vor der Klasse stehen müssen.

Auch eine bessere akademische Ausbildung von Gymnasiallehrer*innen kann seit der Umstellung aufs Bachelor/Master-System nicht mehr als Argument für die besondere finanzielle Zuwendung hervorgebracht werden. Während sie vor Bologna noch zwei Semester länger studieren mussten als ihre Kommiliton*innen für den Primar- sowie Unter- und Mittelstufenbereich, beträgt die Regelstudienzeit nun für alle Lehramtsstudiengänge ausnahmslos zehn Semester.

Dass die Gehälter zwischen Bundesländern, Schulformen und Beschäftigungsverhältnissen erheblich auseinandergehen, ist ein völlig überholtes Relikt vergangener Zeit und drückt sich in einer nicht nachvollziehbaren Ungerechtigkeit aus. Die Thematik umschwebt zugleich der Anschein, dass Grund- und Realschullehrer*innen eine geringe Wertschätzung erhalten, während dem staatstreuen Oberstudienrat einer höheren Unterrichtsanstalt mit ein paar extra Moneten zuteilwerden. Eine Angleichung der Lehrer*innengehälter wird ein langwieriger Prozess, der jedoch bestritten werden muss. Gleichwertige Arbeit verdient gleichen Lohn.

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