Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Ehrenamtliche Arbeit wird durch Corona-Pandemie erschwert

Helfende Hände
[Symbolbild: pixabay.com]

16.06.2020 11:35 - Alexander Weilkes

Die Hilfsbereitschaft vieler Menschen ist trotz oder gerade wegen der erschwerten Bedingungen der letzten Wochen und Monate ungebrochen. Dabei sind die Einschränkungen bei der ehrenamtlichen Arbeit unterschiedlich.

Bereits in der Mai-Ausgabe der akduell berichteten wir über die erschwerten Bedingungen, mit denen die ehrenamtlichen Helfer*innen des gemeinnützigen Vereins FairSorger Essen zu kämpfen haben. Auf diesen Umstand weist auch Hendrik Rathmann von der Ehrenamt Agentur Essen e.V. hin: „Da es bei den meisten Angeboten um das Miteinander und den direkten zwischenmenschlichen Kontakt geht, ist das ehrenamtliche Engagement in Essen deutlich eingeschränkt oder musste sich umstellen.“ Die Agentur arbeitet als Vermittler zwischen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und gemeinnützigen Organisationen, die Hilfe suchen. Private Spenden, Mitgliedsbeiträge und Fördermittel von Stiftungen, Unternehmen und Ministerien finanzieren die Tätigkeiten des Vereins.

Risikogruppen und junge Menschen gehören zu den Verlierern

Ein Problem ist, dass viele Helfer*innen zur Risikogruppe gehören und ihre Arbeit deshalb nicht in gewohnter Form ausüben können. „In Seniorenheimen, Hospizen und Krankenhäusern ist der Einsatz von Ehrenamtlichen noch immer schwierig“, erklärt Rathmann. „Wir selbst haben sieben Studierende an eine lokale Tafelausgabestelle vermitteln können – der Ausfall des gesamten bisherigen Teams konnte aufgefangen werden“, so der Pressesprecher des Vereins.

Neben privatem Engagement werden auch Unternehmensspenden angenommen und koordiniert. So konnte die Agentur in den letzten Wochen 40 Laptops an Essener Schulen verteilen. Dass damit der Bedarf für digitales Lernen bei weitem noch nicht gedeckt ist, offenbart den Mangel, der gerade jetzt spürbar wird. Junge Menschen sind und waren durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen. „Die Schließung von Schulen und Kitas hat Ehrenämter in der Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung unmöglich gemacht oder erschwert”, berichtet Rathmann. 

Es gibt allerdings auch gute Nachrichten. Unter Einhaltung der Abstand- und Hygieneregeln soll der Treffpunkt City Nord bald wieder öffnen. Dort bieten ehrenamtliche Helfer*innen Beratungen für an Engagement interessierte Bürger*innen und Geflüchtete an. Die Ehrenamt Agentur hat darüber hinaus ein eigenes Hilfsprogramm organisiert. Für die stadtweite Nachbarschaftshilfe haben sich bereits über 700 Ehrenamtliche registriert. Der Erfolg kann sich sehen lassen: „So konnten wir bereits über 100 ältere und kranke Nachbar*innen bei Einkäufen unterstützen, ehrenamtliche Telefonbesuche für Einsame anbieten, 150 Kinder aus schwierigen Verhältnissen täglich mit Mittagessen versorgen und werden mit 1.000 ‚Bildungs- und Engagementpäckchen‘ die jungen Essener*innen in den Sommerferien kreativ fordern“, so Rathmann.

Schwierige Zeiten

Auch die Arbeit der Mitglieder der Studierendeninitiative Weitblick an der Universität Duisburg-Essen hat sich in Folge der Corona-Pandemie merklich verändert. Die Initiative setzt sich in der ganzen Welt für einen gerechteren Zugang zu Bildung ein. So möchte der Verein zum Beispiel den Ausbau einer Schule in dem im Osten von Ghana gelegenen Dorf Have finanziell unterstützen.

Wer selbst helfen möchte, kann dies meist ganz einfach tun.

Die Möglichkeiten, Einnahmen für derartige Vorhaben zu gewinnen, gestalten sich derzeit jedoch noch schwierig. „Nicht nur unsere Puzzlebeat-Parties und unsere Stände beim Campusfest“ können nicht stattfinden, „auch unsere regelmäßigen Film- und Infoabende und Pubquizes mussten dieses Jahr ausfallen“, berichtet Social-Media-Beauftragter Daniel Laudy. Das Spendensammeln auf Festivals wie dem Juicy Beats, das eigentlich Ende Juli hätte stattfinden sollen, fällt ebenfalls flach. Wer selbst helfen möchte, kann dies meist ganz einfach tun. In Essen vermittelt die Ehrenamtagentur. Duisburg hat ein Ehrenamtsportal, das man online nach der passenden Tätigkeit durchsuchen kann.

/Beyond Borders/

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