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GESELLSCHAFT

DSDS-Wohnzimmerkonzert: Dabei (sein) ist alles

Gehörte früher fest zum Wochenendprogramm: DSDS. [Foto: Lena Janßen]
28.04.2021 13:23 - Lena Janßen

Ein Wohnzimmerkonzert mit einem:r Kandidat:in von Deutschland sucht den Superstar (DSDS) zu gewinnen: Wer träumt nicht davon, oder? Unsere Redakteurin Lena hatte im April 2013 die Ehre und bekam an einem Mittwochnachmittag Besuch von einem RTL-Kamerateam, inklusive DSDS-Kandidat mit Keyboard und Gitarre im Gepäck.

Eine Kolumne von Lena Janßen

Es ist der 21. April 2013, als zur Primetime eine weitere Folge der zehnten Staffel DSDS über Deutschlands Bildschirme flackert. Kurz vor dem Auftritt des Kandidaten Ricardo Bielecki läuft der ikonische Einspieler. Zu sehen: Ein Wohnzimmerkonzert mit Ricardo. Die Gewinnerin: Ich.

Noch heute kann ich mich gut an den Tag erinnern, als ich an einem Montag vom Einkaufen kam, durch Facebook klickte und auf das Gewinnspiel aufmerksam wurde. Ich hatte bisher keine Folge der damaligen Staffel gesehen, kannte die Kandidat:innen nur flüchtig durch Werbung im Fernsehen oder auf Social Media. Dennoch kam der Gedanke auf: „Nimm doch einfach mal an diesem Gewinnspiel teil.“ Ich war mir sicher, dass ich nicht gewinnen würde. 

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Am folgenden Tag saß ich mit zwei Freundinnen bei Cola und  Pommes in einem Fast-Food-Restaurant, als mein Handy klingelte. Nummer unbekannt. Als ich den Anruf annahm, wurde ich stürmisch begrüßt: „Hallo Lena, hier ist der Frank. Ich bin Redakteur bei RTL und …“ Mir schwante schon, was jetzt passieren würde: „Du hast das Wohnzimmerkonzert mit Ricardo gewonnen.“ Meine Freundinnen schauten mich erwartungsvoll an. Sie ahnten ebenfalls, was mir gerade am Telefon zugetragen wurde. Vollkommen aufgeregt beendete ich das Gespräch kurze Zeit später.

Daraufhin zahlten wir unsere Pommes und zogen los: Das passende Outfit für diesen Anlass musste gefunden werden. Schon für den darauffolgenden Tag hatte sich das Fernsehteam angekündigt. Die ganze Nacht konnte ich vor lauter Aufregung nicht schlafen. Am Mittwochmorgen besorgte ich in Windeseile Getränke und Snacks, machte die Wohnung sauber und empfing elf Freund:innen, die ebenfalls zu diesem Happening eingeladen worden waren. Dann war es schließlich so weit: Um Punkt 15 Uhr waren Redakteur Frank, ein Tonmann, ein Kameramann und natürlich Ricardo am Start. Im Gepäck hatte er sein Keyboard und eine Gitarre.

„Baby, Baby, Baby, ooooooh“

Nach einem ersten Kennenlernen und dem mehrfachen Drehen der Begrüßungsszene schmetterte Ricardo die Liebeshymne „Impossible“ von James Arthur. Meine Freund:innen und ich wurden von Frank dazu angehalten, im Chorus mit einzusteigen. So sangen wir gemeinsam voller Inbrunst: „Impossibleeeeee, impossibleeeee“.

Danach wurde ich gebeten, mit Ricardo gemeinsam zu singen. Wir sangen „Und wenn ein Lied“ von den Söhnen Mannheims. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich mich heute dafür schäme im Privatfernsehen ein Lied gesungen zu haben, an dem Xavier Naidoo beteiligt war. Als ich diese Peinlichkeit hinter mich gebracht hatte, wurde noch einmal gemeinsam gesungen. Diesmal zückte Ricardo die Gitarre und wir tanzten und sangen die Klassiker „Baby“ von Justin Bieber und „Durch den Monsun“ von Tokio Hotel.

Noch heute kann man sich das Video zu dem Wohnzimmerkonzert im Internet anschauen. Hin und wieder kommt es vor, dass Freund:innen den Beitrag rauskramen und dann lachen wir gemeinsam darüber. Ich kann mir das Video nur schwer anschauen, denn ich werde dabei von einer großen Welle Peinlichkeit geflutet. Unter anderem, weil ich zu dem Zeitpunkt kaum existierende Augenbrauen besaß und einige Situationen und Aussagen meinerseits zu schames roten Wangen führen. Bevor ich diese Kolumne geschrieben habe, habe ich es mir noch einmal angesehen und muss ehrlich gestehen: Ich bin froh, dass seitdem beinah zehn Jahre vergangen sind.
 

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