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GESELLSCHAFT

Der Trigger Corona

Die aktuelle Situation kann beängstigend und ein Trigger sein. [Symbolbild:pixabay]

18.03.2020 16:06 - Lena Janßen

Die Nachrichten bezüglich des COVID-19 Virus ändern sich stündlich. Mittlerweile wird dazu geraten, sich sozial zu distanzieren und das Haus so wenig wie möglich zu verlassen, um Risikogruppen zu schützen und die Ausbreitung zu verlangsamen. Doch was bedeutet die Isolation für Menschen mit psychischen Erkrankungen?

Eine Kolumne von Lena Janßen

Triggerwarnung psychische Erkrankungen

In den vergangenen Jahren habe ich mir eine Routine aufgebaut, die mir dabei hilft, den Alltag aufrecht zu erhalten. Mich weniger zu isolieren, soziale Kontakte wieder wahrzunehmen und zu pflegen und mich nicht einzuigeln. In den schlimmsten Krisen meiner Depression war neben Antriebslosigkeit, sozialen Ängsten und schweren Gedanken, die Isolation eines meiner größeren Probleme.

Nun ist eine gesellschaftliche Situation aufgetreten, die nicht nur neu für uns alle ist, sondern die mich und viele andere psychisch Erkrankte vor eine riesige Aufgabe stellt. Nämlich die Aufgabe, nicht in ein Loch zu fallen, in eine Krise zu geraten und die Routine möglichst zu erhalten. Isolation und Einsamkeit können ein großer Trigger für psychisch Erkrankte sein. Für mich ist es vor allem die Einsamkeit und meine Ängste. Denn ich mache mir Sorgen. Sorgen, um meine Verwandten, die zur Risikogruppe gehören und um die gesellschaftlichen Folgen der Pandemie. Außerdem sorge ich mich um finanzielle Engpässe, die mich zur Zeit treffen.

Was kann helfen?

Was kann ich also tun, um mich möglichst vor einer Krise zu schützen und gut für mich zu sorgen? Ich kann die Zeit nicht nur fürs Home Office nutzen, sondern auch um mir wieder Zeit zu nehmen für Dinge, die ich vernachlässige, die mir aber gut tun. Bücher lesen, Yoga mit einem YouTube-Tutorial machen, meditieren und mir Ruhe gönnen. Die auferlegte Auszeit als eine Art Kraft tanken sehen. Außerdem: Vernetzt euch. Wir leben in einer Zeit, in der dies möglich ist. Verabredet euch zum Kaffee trinken, essen oder quatschen bei Skype. Teilt eure Ängste und Sorgen mit Freund*innen am Telefon und bleibt in Kontakt mit der Außenwelt. Und auch das Wetter bietet sich gerade an, weiterhin (mit Sicherheitsabstand zu anderen Menschen) in die Natur zu gehen und die Sonne zu genießen.

Ich werde weiterhin versuchen, morgens zu meiner gewohnten Uhrzeit aufzustehen, zu frühstücken, duschen zu gehen und mir Aufgaben in der Wohnung zu suchen, die mich beschäftigen. Werde meine Eltern und Großeltern anrufen und mich mit ihnen austauschen, um meine Sorgen klein zu halten. Mit meiner Therapeutin habe ich vereinbart, dass wir uns unter Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen weiterhin sehen und gegebenenfalls auf Video- oder Telefonkonferenz umsteigen. Dies ist eine gute Möglichkeit, um eine Versorgung der psychischen Gesundheit zu sichern. Und wenn ihr in eine Krise geratet, dann scheut euch nicht, eure*n Psychotherapeut*in zu kontaktieren und eure Sorgen über die derzeitige Situation zu teilen.

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