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|Theorieklatsche|

01.08.2018 12:03 - Lorenza Kaib

Bei der sogenannten Tampon Tax handelt es sich um die Besteuerung von Menstruationshygiene-Produkten. In Deutschland werden Tampons, Slipeinlagen und Menstruationstassen mit 19 Prozent versteuert, während auf „Güter des alltäglichen Bedarfs“ und „notwendige Produkte“ nur 7 Prozent Mehrwertsteuer entfallen. Kauft man also Bücher, Nudeln, Katzenfutter oder sogar Kaviar, ist man aus Steuersicht günstiger unterwegs, als wenn man wegen der Menstruationsblutung einkaufen geht. Dabei ist während der Periode der Zugang zu Binden und co. absolut notwendig, wenn man nicht gerade Free Bleeding praktizieren kann oder möchte.

„Für viele Frauen sind das schon sehr hohe Summen. Man ist deshalb in anderen Ländern dazu übergegangen auf die Steuer auf Menstruationsprodukte zu verzichten oder gratis zur Verfügung zu stellen, damit Mädchen auch in die Schule gehen können, wenn sie ihre Tage haben“, äußert sich Aktivistin Maria Mayrhofer, die in Österreich die Besteuerung von 20 Prozent abschaffen will, gegenüber Puls (Bayrischer Rundfunk). Es gehe bei der Kampagne vor allem darum, das Problem zu thematisieren.

Auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, die Besteuerung zu verändern: Etwa die Kampagne bloodyluxurytax oder die Petition „Die Periode ist kein Luxus – senken Sie die Tamponsteuer“. Das einzige Land mit einem höheren Steuersatz auf Menstruationshygiene-Produkte ist Schweden mit 25 Prozent. Kenia, Kanada, Indien und kürzlich auch Australien haben hingegen die Besteuerung von diesen Hygiene-Produkten komplett abgeschafft, in Frankreich wurde sie von 20 auf 5,5 Prozent gesenkt.

Menstruation: zirka 500 mal im Leben

Die Beratungsstelle Pro Familia geht davon aus, dass man im Leben circa 500 Mal die Periode hat. Es gibt viele Hochrechnungen dazu, wie viel man auf das ganze Leben gerechnet für Menstruationsprodukte zahlen muss. Da die Regelmäßigkeit, Dauer und Stärke der Blutung individuell jedoch stark variiert und es unterschiedlich teure Produkte zu kaufen gibt, kann man auf keine genaue Zahl kommen, die für alle Betroffenen gilt. Es könnte sich jedoch um eine fünfstellige Summe handeln: Die amerikanische Huffington Post kommt etwa in ihrer Berechnung auf umgerechnet 16.000 Euro.

Dank der Tampon Tax zahlen Menschen, die menstruieren, drauf. Wer nicht so tief in die Tasche greifen will, kann etwa eine Menstruationstasse, Menstruationsschwämme, Stoffbinden oder Menstruationsunterwäsche verwenden. Dadurch spart man sich nach der Anschaffung die monatlich wiederkehrenden Ausgaben und produziert weniger Müll – die 19 Prozent Mehrwertsteuer entfallen hier aber trotzdem.

Neben der Steuer kommen noch die sogenannten Pink Tax oben drauf. Die Pink Tax ist eigentlich keine Steuer. Mit dem Begriff wird der Preisunterschied von Produkten, die für Männer gestaltet wurden, und Artikeln, die Frauen kaufen sollen, beschrieben. Der Name leitet sich davon ab, dass Produkte für Frauen oft in hellen Pastelltönen, Rot, Rosa oder Pink gehalten sind.

 

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