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GESELLSCHAFT

Beziehungsweise

Der Anfang einer Pandemie, das Ende einer Beziehung

28.10.2020 16:40 - Lena Janßen

Stell dir vor es herrscht eine Ausgangssperre, du sollst jeglichen Körperkontakt vermeiden und dein:e Partner:in verlässt dich. Genau das ist Rebecca* während der Corona-Krise passiert. Wie sie die Zeit nach der Trennung unter diesen besonderen Umständen erlebt hat, hat sie uns genauer erzählt.

Als im März die Ausgangssperre für Deutschland beschlossen wurde, überlegt Rebecca  vorübergehend bei ihrem Partner einzuziehen. Da sie alleine lebt und der Kontakt zu ihrem Partner nicht verboten ist, hält sie dies für eine gute Idee. Doch als sie ihren Partner auf diesen Gedanken ansprechen will, kommt es anders als erwartet. „An dem Tag waren wir zum Essen verabredet und ich dachte an nichts Böses. Doch dann fielen die Worte: Rebecca, wir müssen reden“, erzählt sie. Noch bevor sie die Idee eines vorübergehenden Zusammenwohnens vorschlagen kann, ist sie single. 

Nach einem langen Gespräch fährt sie mit dem Fahrrad Heim. „Mein erster Impuls war eine Freundin anzurufen und bei ihr vorbeizufahren. Aber dann kam der Gedanke: das geht ja jetzt erstmal nicht.“ Als Rebecca schließlich allein in ihrem Bett liegt, wird ihr bewusst, in welcher Situation sie sich nun befindet: „Eine Trennung allein ist schon schlimm. Doch dann wurde mir klar, dass ich für eine ungewisse Zeit niemanden sehen werde. In meiner Familie zählen einige zur Risikogruppe und mir war es wichtig Social Distancing ernst zu nehmen. Das bedeutete aber auch: keine Freunde, keine Ablenkung.“ Neben die Trauer um ihre Beziehung gesellte sich schnell die Einsamkeit. Rebecca verbringt die erste Woche im Bett, schaut Serien und weint viel. „Wahrscheinlich hätte ich die ersten Tage nach der Trennung auch ohne die Ausgangssperre so verbracht, die tatsächlichen Auswirkungen dessen bekam ich erst zu spüren, als ich mich auch körperlich wieder fitter gefühlt habe“, berichtet sie.

„Alles was ich wollte war eine Umarmung“

Nachdem Rebecca den ersten Schock verdaut hat, versucht sie sich in ihrer Wohnung abzulenken: „Ich habe vieles aussortiert und weggeschmissen. Einmal am Tag habe ich einen Spaziergang um den Block gemacht. Allerdings sind mir Dinge, bei denen man sich konzentrieren oder ruhig bleiben musste, eher schwer gefallen.“ Hin und wieder telefoniert sie mit ihrer Familie oder trifft sich bei Skype mit Freund:innen: „Wir haben uns dann verabredet und dabei gemeinsam gegessen oder ein Glas Wein getrunken. Das war schon irgendwo hilfreich.“ Einsam fühlt sich Rebecca aber trotzdem, ihr fehlt der physische Kontakt zu ihren Liebsten: „Alles was ich wollte, war in den Arm genommen zu werden. Zu Beginn der Pandemie dachte ich, ich würde die Ausgangssperre nicht alleine verbringen müssen. Dann war ich von jetzt auf gleich alleine und single.“ 

*Name von der Redaktion geändert 
 

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