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GESELLSCHAFT

Dampft ab!

Die E-Zigarette – der Outlaw unter den umweltbelastenden Genussmitteln
[Symbolfoto: pixabay]

13.05.2019 19:48 - Erik Körner

Mit der steigenden Popularität von E-Zigaretten schien ein deutlich wahrnehmbares Raunen durch die Reihen von Nichtraucher*innen weltweit zu gehen. Nie wieder neben nach kaltem Rauch stinkenden Personen in der Bahn stehen. Nie wieder an Bushaltestellen zum Passivrauchen gezwungen werden.

Ein Kommentar von Erik Körner

Sie sollten nicht wissen, dass ihr vermeintlicher Heilsbringer lediglich ein Herald einer neuen Art der nasalen Belästigung sein würde. Während der größte Nachteil regulärer Zigaretten ihr für viele unangenehmer Geruch ist, ist die Menge an produziertem Qualm relativ überschaubar. Wenigstens kann man so der Ursache des Gestanks aus dem Weg gehen. Anders sieht es da bei E-Zigaretten aus. Vor allem stärkere Geräte, die Liquids mühelos im dreistelligen Wattbereich verdampfen können, können riesige Dampfwolken erzeugen. Wolken, die groß genug sind, dass man sich fragen könnte, ob der Wetterbericht eventuell vergessen hat, Nebel anzukündigen.

Ungeachtet sämtlicher wissenschaftlicher Theorien, ob das chemische oder pflanzliche Lungenbrötchen schädlicher sei, bieten E-Zigaretten ihren Konsument*innen wenigstens einen Vorteil: die Geschmackspalette. Tabake unterschiedlicher Marken schmecken leicht unterschiedlich, bleiben am Ende des Tages aber immer noch Tabak. Mein ehemaliger Russisch- und Erdkundelehrer meinte einmal, Zigaretten schmeckten, als „hätte ihm eine Ziege in den Mund gelammt.“ Fand ich treffend.

Behält die E-Zigaretten-Industrie ihren aktuellen Kurs bei, sollten in maximal drei Jahren mehr Liquidaromen als Sterne in der Milchstraße existieren. Und eigentlich ist das ziemlich praktisch. Jede*r flotte*r Dampfer*in hat die Option seine*ihre Liquids mit Geschmäckern jeder Art zu versehen. Gepaart mit dem zu Beginn angeschnittenen Problem der zu großen Wolken, haben auch alle um eine*n Dampfende*n stehende Personen etwas von den Aromen. Was nun schlimmer riecht, ist Geschmackssache. Allerdings ist ein ein- und ausgeatmetes, übertrieben süßes Melonenimitat für mich nur marginal besser als eine Marlboro.

Ich bekomme regelmäßig das Gefühl, Dampfer*innen sehen sich selbst über dem Gesetz. Es scheint, als denken sie, nur weil sie per Definition nicht rauchen, würden die Nichtraucherschutzgesetze nicht für sie gelten. Technisch gesehen lägen sie damit nicht vollständig falsch. Das Nichtraucherschutzgesetz Nordrhein-Westfalens wurde am 20. Dezember 2007 ausgefertigt. E-Zigaretten gewannen erst Anfang der 2010er Jahre an Popularität. Dementsprechend konnten sie bei der Ausformulierung der Gesetze nicht berücksichtigt werden.

Mit ein wenig gesundem Menschenverstand sollte man jedoch schnell darauf kommen, dass Schutz von Nichtraucher*innen nicht nur Schutz vor Schadstoffen bedeutet. Vielleicht haben Nichtraucher*innen einfach keinen Bock darauf, ständig Personen aus dem Weg gehen zu müssen.

In öffentlichen Einrichtungen oder Verkehrsmitteln wegen ungenauer Gesetze zu dampfen, fällt unter dieselbe Kategorie wie sich mit seinem dreißigjährigen Sohn im Schlepptau auf einen Mutter-mit-Kind-Parkplatz zu stellen. Mit zwei zugedrückten Augen richtig, dennoch ziemlich dumm. Vapet halt nicht in der verdammten U-Bahn-Haltestelle und nehmt ein wenig Abstand.

Gezeichnet,
Ein ehemaliger Raucher und derzeitiger Dampfer

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