Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Corona: Für Partynächte fehlt die Disziplin

Open-Air-Partys statt Clubnächten?

[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

13.07.2020 13:54 - Jacqueline Brinkwirth

Nachtclubs und Diskotheken müssen wegen der Corona-Pandemie mindestens bis Ende August geschlossen bleiben. Die Clubkultur vieler deutscher Städte leidet darunter, Betreiber*innen droht die Pleite. Open Air-Veranstaltungen könnten eine Alternative sein. Konzepte wie der Panama-Biergarten in der Bonner Rheinaue zeigen allerdings auch: Für sichere und gesunde Partynächte fehlt die Disziplin.

Ein Kommentar von Jacqueline Brinkwirth

Mit den Schließungen von Diskotheken zur Eindämmung der Corona-Pandemie fanden wilde Partynächte ein jähes Ende. Was Unternehmer*innen in eine wirtschaftlich desolate Lage bringt, bedeutet für Feiernde allerdings erstmal nur eines: eine Einschränkung des Vergnügungsangebots. Konzepte wie das Panama Open Air in Bonn versprechen nun, eine gesundheitlich unbedenkliche Alternative zu sein: eine begrenzte Anzahl an Gäst*innen unter freiem Himmel, mit zugewiesenen Plätzen und Maskenpflicht auf allen Wegen außer am Tisch.

Ein solches Konzept kann funktionieren, der Teufel steckt allerdings in den Details. Denn alle Sicherheitsvorkehrungen im Kampf gegen Corona bringen erst dann wirksam etwas, wenn sie von der Mehrheit aller Teilnehmenden eingehalten werden. Abstand, das korrekte Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, die Einhaltung des Sitzgebots und gründliche Handhygiene – all das sollte eigentlich umsetzbar sein. Strenge Regeln erfordern allerdings auch Disziplin und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Maßnahmen, seitens der Gäst*innen und seitens der Verantwortlichen.

In Bonn wurde recht schnell deutlich, dass gerade Maskenpflicht und das Sitzgebot schwierig durchsetzbar waren. Denn eine Party ohne zu tanzen schien für Viele einfach unsinnig zu sein – die Gründe dafür außer Acht gelassen. Das größte Problem dabei: eine Abendveranstaltung mit guter Musik, sonnigem Wetter und Alkohol in entspanntem Rahmen kann schnell das Gefühl vermitteln, für einen Augenblick sorglos sein zu können. Und mit den Sorgen verschwindet oft genug auch die Disziplin. Natürlich ist es inmitten einer Pandemie wichtig und richtig, die Welt abseits des eigenen Bierglases für einen Augenblick vergessen zu können.

Doch solange die Pandemie anhält und solange weltweit zehntausende Menschen an einer Virusinfektion sterben, müssen Vorsicht und Rücksicht oberstes Gebot bleiben. Mit der Einhaltung von Sicherheitskonzepten und Gesundheitsverordnungen steht und fällt die Erlaubnis, künftig wieder Veranstaltungen im Nachtleben auszurichten. Dabei sollte allzu sorglosen Menschen klar sein: Je länger Events mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verbunden sind, weil Regeln missachtet und Verordnungen nicht umgesetzt werden, desto länger wird es dauern, bis lange Partynächte wieder zum Alltag gehören. 

Was passiert mit den Essener Theatern?

Wie es momentan um die Kulturhäuser in Essen steht, erklärt Christoph Dittmann.
 

Sommer daheim?

Wie euer Sommer zu Hause nicht traurig sein muss.
 

Night of light: Die Veranstaltungswirtschaft sieht rot

Mit der Night of Light machte die Veranstaltungsbranche auf ihre prekäre Lage in der Corona-Krise aufmerksam.
 
Konversation wird geladen