Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Bluten ist kein Luxus

Tampons und Binden machen mich arm [Symbolbild: pixabay]

08.07.2019 12:51 - Lena Janßen

Tampons und Binden gelten in Deutschland als sogenannte Luxusgüter. Doch das Wort Luxus in Verbindung mit Periode entgeht jeglichem Verständnis meinerseits. Denn dieser monatliche biologische Prozess meines Körpers ist nervenaufreibend und die hohe Versteuerung von Damenhygieneartikeln diskriminierend. Warum mich diese Tatsache wütend macht.

Ein Kommentar von Lena Janßen

Einmal im Monat kann ich die Uhr nach meiner Periode stellen. Damit einher gehen nicht nur Bauchschmerzen, Kopfweh und Erschöpfung: Ich brauche auch ausreichend Hygieneprodukte. Diese sind in Deutschland mit 19 Prozent besteuert. Meine Periode kostet mich somit im Monat ungefähr zehn Euro. Nicht eingerechnet sind zusätzliche Ausgaben für Schmerztabletten, frische Unterwäsche und Eis. Würde ich eine Hochrechnung aller Ausgaben erstellen, die mich meine fruchtbaren Jahre insgesamt kosten, käme ich auf ungefähr 4000 Euro. Diese Summe zahle ich, weil ich eine Frau bin.

Versteht mich nicht falsch, ich schäme mich nicht für meine Periode. Sie ist Teil meines Daseins als Frau und ein völlig natürlicher Prozess. Doch wenn ich einmal im Monat auf eine Woche Schmerzen, Unwohlsein und emotionale Achterbahnfahrt verzichten könnte, dann würde ich das tun. Hinzu kommen Monate, in denen ich so knapp bei Kasse war, dass ich mir die letzten Vorräte von Hygieneartikeln in meiner Wohnung zusammengesucht habe und nicht genügend Geld besaß, um mir ein neues Paket Tampons zu leisten. Das ist kein gutes Gefühl und es macht mich wütend! Wütend für mich und jede einzelne Frau, die für ihre Periode zahlen muss.

Steuersystem bevorzugt Männer

Denn es geht auch darum, dass das Steuersystem Männer bevorzugt. Mit der hohen Versteuerung von Damenhygieneartikeln verdient der Staat eine Menge Geld. Geld, das Frauen auch auf andere Hygieneprodukte, wie Shampoos und Rasierer, draufzahlen, weil Firmen sie teurer verkaufen. Mir zeigt das: Wir müssen noch offener über Menstruation sprechen, damit diese Lebensrealität vieler Frauen wahr und ernst genommen wird. In einigen Ländern funktioniert das schon: in Kenia, Kanada, Irland und Indien werden Tampons und Binden steuerfrei verkauft. Also Deutschland, es wird Zeit, dass sich etwas ändert!

Lizensfreies Foto von Pixabay
 

Können Pornos feministisch sein?

Kira und Leon studieren in Freiburg und haben ein feministisches Porno Start-Up gegründet. Wir haben den Film gesehen.
 

|Theorieklatsche|

Der Geldbeutel blutet mit

 

Mehr als Blut: Lass’ mal über deine Periode reden

Die Periode und der weibliche Zyklus sind für Viele ein Mysterium. Wir klären die wichtigsten Fragen.
 
Konversation wird geladen