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GESELLSCHAFT

Antisemitische Chats: Katholische Hochschule wirft Studierende raus

Die Katholische Hochschule positionierte sich klar gegen antisemitische Chatinhalte. [Symbolbild: David Peters]
25.01.2021 13:31 - David Peters

Nach dem Bekanntwerden von rassistischen, antisemitischen und weiteren menschenverachtenden Inhalten in einer Uni-Chatgruppe suspendierte die Katholische Hochschule in Köln 12 Studierende. Fünf von ihnen wurden jetzt von der Hochschule rausgeworfen.

Bereits im Dezember war bekanntgeworden, dass Studierende der sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Köln in einem privaten WhatsApp-Chat rassistische und antisemitische Inhalte geteilt hatten. Darunter sollen laut dem Kölner Stadtanzeiger Bilder eines Stickers gewesen sein, der einen Pizzakarton mit dem Bild von Anne Frank und der Aufschrift „ofenfrisch“ zeigt. Studierende sollen diese Inhalte daraufhin der Dekanin des Fachbereichs Sozialwesen, Heike Wiemert, gemeldet haben.

Die Katholische Hochschule reagierte und brachte den Chatverlauf „der eindeutig rassistische, antisemitische, sexistische wie allgemein menschenverachtende Bilder zum Gegenstand hatte“ zur Anzeige. Außerdem wurden zwölf Studierende suspendiert. Fünf von ihnen wurden jetzt endgültig rausgeworfen. Nach intensiver Prüfung kam die Hochschule zu dem Schluss, dass in diesen Fällen massiv gegen die Grundordnung und das Statut sowie die Einschreibesatzung der Hochschule verstoßen wurde, sodass „angesichts der gegebenen Handlungsoptionen eine Exmatrikulation unumgänglich ist“, so der Rektor Hans Hobelsberger. „Die Katholische Hochschule lässt keinen Raum für Hass und Hetze, achtet Grundrechte und tritt für die Würde aller Menschen ein“, stellt er klar.

In einem Facebook-Post bezog die Studierendenvertretung der Hochschule ebenfalls Stellung: „Wir, die Vertretung der Studierenden der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Köln, distanzieren uns von jeglichem rassistischen, antisemitischen, sexistischen sowie allgemein menschenverachtenden Verhalten. Es empört uns, dass solches Gedankengut in Chat-Gruppen unserer Kommiliton*innen geteilt wurde.“ Man stehe hinter der Entscheidung der Hochschulleitung.

Antisemitismusbeauftragte lobt das Vorgehen der Hochschule

„Bereits nach Bekanntwerden war klar, dass der Aufarbeitungsprozess und die Entwicklung einer Präventionsstrategie den Fachbereich noch lange Zeit beschäftigen wird“, so die Dekanin Heike Wiemert. Bei den Aufarbeitungsprozessen wurde, neben Studierenden und dem Kollegium, unter anderem die Mobile Beratung gegen Rechts im Regierungsbezirk Köln herbeigezogen.

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lobt das Vorgehen der Hochschule: „Die eingehende Prüfung und das konsequente Handeln der Katholischen Hochschule im Fall der antisemitischen und menschenverachtenden Chatgruppen-Nachrichten an der Hochschule begrüße ich sehr. Wo solche Nachrichten im Netz auftauchen, muss konsequent widersprochen und gegebenenfalls eingegriffen werden.“

Für die sieben Studierenden, die zwar suspendiert, aber nicht exmatrikuliert wurden, gibt es noch eine zweite Chance. Diese sei an die verbindliche Teilnahme an einem spezifischen pädagogischen Programm geknüpft, teilt die Hochschule mit.

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