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GESELLSCHAFT

Alte neue Freundschaft

Auf dem Weg nach Hause unverhofft auf einen alten Freund treffen.

[Foto: pixabay]

30.03.2022 10:36 - Özgün Ozan Karabulut

Im Leben halten die wenigsten Freundschaften. Nach der Schule beginnt ein neuer Lebensabschnitt, Freunde kommen und gehen. Umso erfreulicher, wenn ein alter Freund plötzlich wieder auftaucht.

Eine Kolumne von Özgün Ozan Karabulut

Ich mache mich nach einem Tag in der Uni auf den Heimweg. Es ist irgendein Wochentag im Sommersemester. Ich steige in meine Bahn und suche nach einem freien Platz. Plötzlich sehe ich eine Person, die mir bekannt vorkommt. „Moment mal, den kennste doch!“, denke ich mir und setze mich auf den leeren Platz neben ihm: „Hi Flo, wie geht’s?“ Zuerst erkennt er mich nicht. „Alter Ozan, geile Frisur wa!“ Nach der Schulzeit waren meine Haare deutlich länger als jetzt.

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Wir waren auf der gleichen Grundschule, besuchten später die gleiche weiterführende Schule und machten im selben Jahrgang unser Abitur. Ich erinnere mich noch gut an das Singen zu St. Martin oder an das Eier werfen zu Halloween mit den Jungs. Er war einer der wenigen Leute, mit denen ich lange Zeit über Musik quatschen konnte. Wir tauschten unsere MP3-Player aus, die damals nur 1 GB Speicher hatten. Doch die Interessen und der Freundeskreis änderten sich in der Oberstufe. Jeder hatte mit anderen Sachen zu tun. Nach der Schulzeit bestand kein Kontakt mehr. Bis zu der zufälligen Begegnung im Zug.

Während der Zugfahrt nach Hause reden wir über die üblichen Sachen wie Studium, Hobbys und wen man aus der Schule in letzter Zeit so gesehen hat. Zufällig studieren wir beide das gleiche Fach, aber jeder an einer anderen Uni. Ganz belanglos tauschen wir unsere Nummern aus und freuen uns, dass wir uns wiedergesehen haben. Vielleicht könnte man sich ja mal treffen.

Das Gegenteil von Cringe

Bei Vielen bin ich ehrlicherweise sehr froh, sie nicht mehr sehen zu müssen und keinen Kontakt zu ihnen zu haben. Jeder kennt diesen Cringe-Moment, auf alte Bekannte zu treffen. Beide Seiten wissen, dass man keinen Bock auf die andere Person hat. Auch wenn wir viele Jahre nichts miteinander zu tun hatten und jeder vermeintlich ganz andere Wege im Leben gegangen ist, war es mit Flo überhaupt nicht so. Ich empfand keine emotionale Distanz. Wir lachten herzlich über alte Geschichten aus der Schulzeit und verstanden uns gut. Es war gefühlt wie früher, als man noch unbekümmert war. Lang ist es her.

Letztens haben wir zusammen Platten gehört und wieder über Musik gequatscht. Manchmal telefonieren wir und fragen, was bei dem anderen so los ist. Egal ob Job oder Uni, man findet immer eine Sache, die der andere nachempfinden kann. Wir beide haben mittlerweile kahle Stellen am Kopf, die langen Haare sind Vergangenheit. Es ist schön, einen Kumpel aus der alten Zeit zu haben, mit dem man so eigentlich nicht mehr gerechnet hätte.

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