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Alle Jahre wieder: Langeweile in der Bundesliga

Der Ligaprimus FC Bayern München dominiert das Geschehen in der Bundesliga.
[Foto: pixabay]
03.09.2021 14:09 - Özgün Ozan Karabulut

Bayern wird Meister, und das ohne große Anstrengung. So sieht es am Ende jeder Bundesliga-Saison aus. Unser Redakteur war ein glühender Fan der höchsten deutschen Spielklasse. Dieses Gefühl hat sich allmählich gelegt und in Nüchternheit und Desinteresse verwandelt.

Eine Kolumne von Özgün Ozan Karabulut

Seit der Saison 2012/2013 heißt der Meister der 1. Fußball-Bundesliga der Herren immer FC Bayern München. Die Monotonie wirkt deutlich erschreckender, wenn man sich die vergangenen 20 Spielzeiten anschaut: Lediglich sechsmal hat ein anderer Verein als die Bayern die „Schale“ geholt, darunter dreimal Borussia Dortmund und jeweils einmal der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg und der SV Werder Bremen. 

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Vor zehn Jahren, zur Saison 2011/12, gewann der BVB damals noch unter Jürgen Klopp den letzten Bundesligatitel, den nicht der 31-malige Rekordmeister aus München holte. Lang ist es her, Spannung war einmal. Heute ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich wie ein alter Mann in Erinnerungen an legendäre Tore oder Herzschlagfinale am letzten Spieltag schwelge.

Aktuelle Versuche, mir selbst die Liga wieder schmackhaft zu machen, scheitern jedes mal aufs Neue. Wer soll den Bayern die Lederhosen ausziehen, der BVB oder vielleicht doch der Brauseclub aus Leipzig? Selbst einige Fans von Traditionsvereinen würden sich zur Abwechslung eine Meisterschaft der Leipziger wünschen, nur um die Dominanz der Bayern für einen Moment zu durchbrechen. Ich gehöre nicht dazu.

Spannend ist nur der Abstiegskampf

Selbst wenn der FCB diese Saison überraschend nicht gewinnen und seinen Star-Trainer Julian Nagelsmann mitten in der Saison entlassen sollte, bleibt die FCB-Dominanz über Jahre bestehen. Vielleicht ist mein Desinteresse an der Liga auch  stark mit meiner Ablehnung gegenüber dem FCB verbunden, mit der ich in Deutschland nicht alleine bin.

Das Einzige, was mich noch annähernd an der Bundesliga interessiert, ist der Abstiegskampf. Welcher Verein bleibt in der Liga, welcher muss den Gang in die 2. Liga antreten und künftig gegen Sandhausen und Heidenheim spielen? Gerade mit der Wiederkehr des VfL Bochum ins Oberhaus gibt es einen Underdog aus dem Ruhrgebiet, dem ich die Daumen drücke. Das war’s aber auch schon.

Früher erwartete ich jedes Spieltagswochende ungeduldig: Samstags gab es nur Fußball und Chips. Als kleiner Racker die Bundesligakonferenz im Radio bei WDR 2 zu hören oder im Bezahlfernsehen zu schauen, war bei mir Pflichtprogramm. Am späten Samstagabend schaltete ich gespannt das ZDF ein, um im aktuellen Sportstudio die Highlights nochmal zu sehen und den Aussagen des Studiogastes zu lauschen.

Nüchterner Betrachter statt emotionaler Fan

Damals war eine Spieltagsniederlage der Bayern fast  wichtiger als das Spiel des eigenen Teams. Bei jedem Treffer gegen die Münchner habe ich gejubelt, jedes Ausscheiden aus einem Wettbewerb war wie ein Feiertag. Heutzutage nehme ich sowas nur nüchtern zur Kenntnis und habe mich mit der Machtposition des FCB abgefunden. Geld schießt eben doch Tore; der Marktwert des mit Nationalspielern gespickten FCB-Kaders ist seit Jahren der höchste der Liga.

Die Bundesliga und der Fußball insgesamt hatten lange Zeit einen besonderen Platz in meinem Leben. Diese Lücke mit etwas anderem zu füllen, fällt mir schwer. Auch wenn ich vom Fußball nicht so recht wegkomme, hat sich mein Interesse an der Bundesliga deutlich reduziert. Die aktuelle Saison wird von mir vor allem eins: nicht mehr so emotional verfolgt, wie noch vor einigen Jahren.
 

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