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Abschied vom Online-Dating: Wer ficken will, muss freundlich sein

 Online-Dating kann eine Alternative sein. [Foto: pixabay]

11.06.2019 13:50 - Jacqueline Brinkwirth

Ob Tinder, OkCupid oder Lovoo – unzählige Apps machen es vermeintlich leicht, online den oder die Richtige zu finden, wenn auch nur für eine Nacht. Doch besonders mit der Höflichkeit ist es in den diversen Dating-Portalen nicht allzu weit her, findet unsere Redakteurin, und hat ihre Profile gelöscht. Warum, erklärt sie in einer neuen Ausgabe Unisex.

Nach fast zwei Jahren Pause wagte ich mich neulich mal wieder in die Online-Dating-Welt. Zur Erklärung: Ich bin nicht auf der Suche nach der großen Liebe. Überhaupt glaube ich, dass der*die ein*e Partner*in fürs Leben nicht existieren kann. Aber ich mag Nähe gern und auch Sex, weswegen ich immer mal wieder kurze oder längere Beziehungen eingehe. Die Partner dafür habe ich bislang sowohl offline als auch online getroffen, beides hat gut funktioniert. Der Vorteil von Online-Dating ist allerdings, dass es unkompliziert und wenig zeitintensiv ist und man schnell Menschen kennenlernt, die ein gutes Match sein könnten. 
Doch neben all den netten Typen, die sich in der Tinder-Welt so herumtreiben, gibt es da noch die speziellen Boys, ich möchte sie hier mal Fuckboys nennen. Fuckboys zeichnen sich besonders häufig dadurch aus, dass sie wenig bis gar keine Informationen über sich in ihren Profilen preisgeben, meist Bilder von ihrem Sixpack zeigen und auch sonst gerne offen sagen, dass sie unkomplizierten Sex suchen: „Gegen ein bisschen versauten Sex mit dir hätte ich nichts. Schreib mir doch mal.“ So oder so ähnlich lauten dann häufig die ersten Nachrichten. Danke für die Offenheit, aber nein danke, denke ich mir und wische nach links. 
Es gibt aber noch eine andere Gruppe von Fuckboys. Die, die man nicht anhand ihres Profils als solche enttarnt. Sie schreiben nette Nachrichten, sie scheinen interessiert daran, was ihr Gegenüber ausmacht und sie wollen das Gespräch irgendwann gern auf Whatsapp oder andere Messenger verlegen, weil sie „ohnehin nicht oft hier online“ sind. Und obwohl ich weiß, dass es vermutlich auf Dickpics hinausläuft, mache ich manchmal eine Ausnahme. Nur um zu checken, ob ich mit meiner Meinung nicht vielleicht doch falsch liege. 
Fast forward. Ich habe mittlerweile alle meine Online-Dating-Profile gelöscht. Nach unzähligen Bildern von erigierten Penissen, die nicht nur schlecht ausgeleuchtet waren, sondern oft auch chaotische Zimmer und dreckige Wäsche als Hintergrund hatten, reicht es mir. Auch  Nachrichten wie „Bitte Baby, lass mich deine feuchte Fotze lecken“ oder „Du bist eine dreckige Schlampe, die nur mal wieder richtig gefickt werden muss“ bringen mein Blut nicht gerade in Wallung. Im Gegenteil: Sie langweilen mich zu Tode. Sie sind a) nicht sehr originell und b) meistens unhöflich bis sexistisch, was mich garantiert nicht überzeugt, einem Treffen zuzustimmen. Es gibt eine goldene Regel: Wer ficken will, muss freundlich sein. Und mal ehrlich Jungs, ist euer Schwanz das einzig Überzeugende an euch? 

Bildquelle: lizenzfreies Foto, pixabay
 

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