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CAMPUS

Wie „Aware“ ist die UDE?

AStA Vorsitzende Aylin Kilic im Interview [Foto: Saskia Ziemacki]

17.12.2021 14:39 - Saskia Ziemacki

2018 stellte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen (UDE) ein Awareness-Konzept vor. Ziel ist es, Partys und Veranstaltungen sicher zu gestalten und ein Bewusstsein für Diskriminierung und Übergriffigkeiten zu schaffen. Aylin Kilic, Vorsitzende des AStA, gibt ein Update über die derzeitige Lage des Konzepts und wie es um die Awareness an der Uni steht. 

ak[due]ll: Was ist aus dem Awareness-Konzept von 2018 geworden?

Aylin Kilic: 2018 hat sich das Referat für Sozialpolitik (SoPo) überlegt, wie wir Partys mit einem Awareness-Konzept ausstatten können. Zwei Jahre hat das SoPo die Ausführung des Konzepts intern für den AStA übernommen. 2019 hat das Referat auch Schulungen für Fachschaften angeboten. Denn die Fachschaften machen viele Veranstaltungen, bei denen es Alkohol gibt, wodurch es zu Problemen kommen kann. Aber die Schulungen wurden nicht gut angenommen. Es waren nicht mal eine Handvoll Fachschaften da und genauso wenige haben das Konzept  angewendet. Zum Teil konnten wir sie nicht von der Notwendigkeit eines Konzeptes überzeugen. Sie haben den Sinn dahinter nicht gesehen, nur den Aufwand. 

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ak[due]ll: Was wäre das für ein Aufwand?

Aylin: Zu der Schulung zu gehen und sich sensibilisieren zu lassen. Teil des Konzeptes ist es, dass immer zwei Leute, je nach Größe der Veranstaltung, bereitgestellt werden, um Schichten auf Partys zu übernehmen. Vielleicht noch einen zusätzlichen Raum als „safe space“ zu buchen. Der AStA hat angeboten, es anfangs mit zu begleiten. Unsere Hoffnung war, dass es einen Pool an Studierenden gibt, die diese Schulungen über die Fachschaften mitgemacht haben und dann auf verschiedenen Partys eingesetzt werden können. Da das nicht geklappt hat, arbeiten wir gerade mit keiner Fachschaft zusammen. 

ak[due]ll: Wie steht es dadurch um das Awareness-Konzept?

Aylin: Wir haben kein Konzept schwarz auf weiß. Ich persönlich habe mich damit auseinandersetzt, weil ich die Notwendigkeit sehe. Das Problem ist, dass die Übergabe nicht geklappt hat, als 2019 ein neues SoPo angefangen hat. Deswegen haben wir uns Anfang 2020 gedacht, wir lassen es professionell erstellen und machen eine Projektstelle daraus. Zwei bis vier Personen sollten sich ein Konzept überlegen, Präsentationen und Handreichungen erstellen, die wir an die Fachschaften weitergeben können. Wir wollten auch, dass die Leute uns, also die AStA-Internen, schulen. Die Ausschreibung war jedoch ohne Erfolg. Ich weiß nicht, ob es an Corona lag, aber man kann sich immer gerne bewerben. Noch vor einem Jahr gab es sehr wenige Menschen, die darin geschult waren, aber das Thema Awareness wird immer präsenter. 

ak[due]ll: Also existiert noch eine Art Konzept?

Aylin: Es sind Einzelpersonen aktiv, die das Konzept auf Nachfrage durchführen können. Es ist nie zu einem Pool an Helfer:innen gekommen, deshalb haben wir keine Kontaktdaten ausgetauscht. Ich weiß also nicht, wie viele es sind. Auf den letzten Kneipenabenden habe ich die Awareness-Schicht gemacht, so wie ich es damals von den SoPo-Referent:innen beigebracht bekommen habe. Ich gebe es auf jeden Fall dem neuen AStA mit, dass sie daran arbeiten sollen. 

ak[due]llDurch die Corona-Pandemie wollt ihr auch Online-Awareness schaffen. Wie sieht das aus?

Aylin: Im Online-Raum gibt es andere Formen von Diskriminierung und nicht angebrachtem Verhalten. Man kommuniziert nicht direkt mit den Leuten und kann teilweise schlecht einschätzen, wie die Situation aussieht. Es kann sein, dass Leute ausgeschlossen werden, weil sie eine schlechte Internetverbindung haben. Das Konzept ist noch nicht ausgereift, deshalb hatten wir gehofft, Expertise einkaufen zu können, wie man online Sitzungen für alle angenehm gestaltet. Es fängt schon bei Pausen an, die am Anfang der Online-Semester häufig komplett vergessen wurden. Zu Awareness gehört, zu wissen, dass es manche Menschen mehr anstrengt als andere, stundenlang vorm Laptop zu sitzen. Es sollte Pausen geben, an denen man sich aktiv gemeinsam vom PC wegbewegt. Wir wollen auf einem AStA und Studi Level anfangen, aber es spricht nichts dagegen, es für Dozierende auszuweiten. Ich bin in der Diversity Management Kommission und habe zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten und der Beauftragten für Behinderung und chronische Erkrankung einen Leitfaden für eine gute Lehre im Digitalen erstellt. Das ist aber alles freiwillig für Dozierende. Es kommt noch nicht so recht in der Uni an. 

ak[due]ll: Gibt es ein Awareness-Konzept von der UDE?

Aylin: Ich arbeite auch für die Uni an einem Awareness-Konzept im Rahmen des AURORA Netzwerkes. Das ist ein von der EU gefördertes Netzwerk, in dem die UDE mit verschiedenen Unis aus Europa zusammenarbeitet. Sie treffen sich in der Regel zwei Mal im Jahr und der AStA Vorsitz ist immer dabei. Ich war zweimal dort und habe auf den Treffen gemerkt, dass sie von einem Awareness-Konzept profitieren würden. Sie wollen so viele Aktivitäten wie möglich in die Tagung stecken. Es gibt Wanderungen und Aktivitäten wie Stand-up Dinner, die nicht alle körperlich schaffen können oder Räume, die nicht ohne Barrieren zu erreichen sind. Es gab keine Alternativen in den letzten Jahren. Ich habe der Prorektorin für Gesellschaftliche Verantwortung, Diversität und Internationalität, Frau Prof. Dr. Buchenau, geschrieben, die für AURORA verantwortlich ist. Sie will, dass ich ein Konzept erstelle. Das ist erst mal für das Netzwerk, aber ich würde mich freuen, wenn die Uni das auch für ihre Veranstaltungen übernimmt. 

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