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CAMPUS

So wirkt sich die Corona-Krise auf das Studierendenwerk aus

Die Mensen und Cafeterien des Studierendenwerks sind aktuell geschlossen. [Archivbild: Dennis Pesch]

07.04.2020 12:46 - David Peters

Geschlossene Mensen und Cafeterien, Notfallbetreuung in den Kitas, „Corona-Partys“ in den Wohnheimen. Auch auf das Studierendenwerk hat die Covid19-Pandemie große Auswirkungen.

Seit dem 19. März sind aufgrund der Covid19-Krise die Mensen und Cafeterien an der Universität Duisburg-Essen (UDE) geschlossen. Verantwortlich für den gastronomischen Betrieb ist das Studierendenwerk Essen-Duisburg. Außerdem ist es für zahlreiche Studierendenwohnheime oder die Bearbeitung von BAföG-Anträgen zuständig. Durch die Schließung der Universität und das aktuelle Kontaktverbot ist der Betrieb des Studierendenwerks stark beeinträchtigt. Auch bei den Kindertagesstätten gibt es Einschränkungen. Dort findet momentan nur eine Notfallbetreuung für Kinder von systemrelevanten Personen statt.

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Auf Beratung oder die Bearbeitung von BAföG-Anträgen müssen Studierende laut Studiwerk nicht verzichten: „Die Abwicklungen im BAföG-Amt sowie der sozialen und psychologischen Beratung erfolgen nun einfach kontaktlos per E-Mail oder Telefon. BAföG-Anträge können regulär per Post versendet oder im Briefkasten am Reckhammerweg 1 in Essen eingeworfen werden.“

Das Studierendenwerk finanziert sich aus Umsatzerlösen (Gastronomie, Wohnen, Kindertagesstätten), Sozialbeiträgen und Zuschüssen von Land und Bund. Durch das geschlossene gastronomische Angebot entfällt aktuell ein Teil der Einnahmen, auch im Bereich des Wohnens gibt es Einbußen. Bisher zählt das Studierendenwerk hier rund 100 Stornierungen, so Melanie Wessel vom Studierendenwerk: „Diese sind vorwiegend auf die gestoppten Austauschprogramme der UDE zurückzuführen. In Summe gehen wir für das Jahr 2020 davon aus, dass wir Einbußen von etwa 10 Prozent unserer Mieterlöse kompensieren müssen.“

Keine Entlassungen beim Studierendenwerk

Aktuell sind wegen der temporären Schließung vieler Einrichtungen Teile der Belegschaft freigestellt, darunter auch Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen, die kein mobiles Arbeiten leisten können. „Die Gehaltszahlungen erfolgen regulär und Entlassungen sind kein Thema“, so Wessel. Auch Lohnkürzungen soll es vorerst nicht geben. „Eine Kürzung des Lohns möchten wir in jedem Fall vermeiden, nicht zuletzt da im Unternehmen viele Teilzeitkräfte und Beschäftigte mit Familien arbeiten.“ Sollte das Studierendenwerk zur Sicherung der Liquidität Kurzarbeit beantragen müssen, würde man das Gehalt auf 100 Prozent aufstocken.

Wenig Sorgen müssen sich auch die Studierenden in den 19 Wohnheimen des Studierendenwerks machen. Dem Studierendenwerk sei bewusst, dass viele Studierende aufgrund der aktuellen Situation nicht arbeiten können oder ihren Job verloren haben. „Bei uns muss sich niemand Sorgen machen, vorschnell das Dach über dem Kopf zu verlieren“, versichert Wessel. Bei Zahlungsproblemen sollen die Betroffenen jedoch schnell den Kontakt zu der jeweiligen Sachbearbeiter*in suchen. Außerdem vergibt das Studierendenwerk an Studierende in finanziellen Notlagen kurzfristige und zinslose Darlehen aus dem sogenannten Härtefonds. „Wir hoffen auch, dass auf Bundesebene noch ein Nothilfefonds für Studierende verabschiedet wird.“ Damit schließt sich das Studierendenwerk den Forderungen des freien Zusammenschluss von student*innenschaften und dem Deutschen Studentenwerk an.

Verantwortungslose „Corona-Partys“

In den Wohnheimen des Studierendenwerks wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um eine weitere Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Deshalb bleiben die Fitness- und Gemeinschaftsräume geschlossen und gemeinschaftlich genutzte Flure, Bäder und Küchen werden regelmäßig von einer Reinigungsfirma professionell gesäubert, erklärt das Studierendenwerk. Man habe außerdem versucht, die Bewohner*innen mit Informationsschreiben für die aktuelle Lage zu sensibilisieren – teils erfolglos. „In den Wohnheimen werden immer noch sogenannte „Corona-Partys“ gefeiert. Mit Blick auf den Ernst der Lage folgt für uns die Konsequenz: Wir rufen ab sofort die Polizei“, macht Wessel deutlich. Die Beteiligten erwarte zudem eine Abmahnung, die im Wiederholungsfall zu einer sofortigen Kündigung führen könne. „Das sind restriktive Maßnahmen, auf die wir gerne verzichtet hätten.“

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