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CAMPUS

Neuer Gleichstellungsplan der Wirtschaftswissenschaften

Professorinnen in den Wirtschaftswissenschaften sind eher die Ausnahme. [Symbolbild: pixabay] 17.02.2022 15:48 - Özgün Ozan Karabulut

 

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (WiWi) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat einen neuen Gleichstellungsplan verabschiedet. Welche konkreten Ziele er beinhaltet und was Angehörige der Fakultät dazu sagen.

Bisher gab es den Frauenförderplan von 2017 bis 2020, der nun vom neuen Gleichstellungsplan abgelöst wurde. Die Fakultät hat einen sehr niedrigen Anteil an Professorinnen. Es wurde sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil bei den Professuren deutlich zu erhöhen. Der Plan zur Gleichstellung ist zum 14. Januar dieses Jahres in Kraft getreten und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Er ist auf der Homepage der WiWi-Fakultät einzusehen und abrufbar.

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Seit dem Abgang von Prof. Jeannette Brosig-Koch zum April 2021 ist in dem Fachbereich der Volkswirtschaftslehre keine Lehrstuhlinhaberin mehr tätig. Lediglich Prof. Katharina Blankart ist Juniorprofessorin für empirische Wirtschaftsforschung. In der Betriebswirtschaftslehre ist Prof. Ute Schmiel die einzige Professorin, während in den Fachgebieten Informatik und Wirtschaftsinformatik keine Professorin tätig ist. Für die UDE-Gleichstellungsbeauftragte Dr. Regina Hauses stellt der Plan einen Schritt hin zur Gleichstellung an der Universität dar: „Das ist natürlich ein ganz wichtiger Gleichstellungsplan, da sich gerade in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften die Professorinnenanteile auf relativ geringem Niveau befinden.“

Bis 2025 sollen fünf Professorinnen eingestellt werden. Somit wird bei den dauerhaft eingerichteten Professuren eine Frauenquote von 18 Prozent angestrebt. „Das wirkt vielleicht wenig ambitioniert, jedoch müssen wir, um dieses Ziel zu erreichen, 42 Prozent der freiwerdenden Professuren mit einer Frau besetzen“, erklärt Prof. Christoph Weber, Lehrstuhlinhaber für Energiewirtschaft. Die angepeilte Neubesetzungsrate von 42 Prozent entspricht der Quote von Absolventinnen der gesamten Fakultät aus dem Jahr 2020. Dass der Anteil an Professorinnen selbst bei Einhaltung des ambitionierten Ziels ein geringes Niveau haben wird, ist den Fakultätsmitgliedern bewusst. Hinsichtlich der Promotionen von Frauen an der WiWi-Fakultät sieht es an der UDE deutlich besser aus. 2020 betrug der Frauenanteil bei den Promotionen 40 Prozent. Dieser soll auch zukünftig im Rahmen des Gleichstellungsplans bei 40 Prozent liegen und nach Möglichkeit ausgebaut werden.

Frauen sind seltener in höheren WiWi-Positionen

Außerdem ist die WiWi-Fakultät in den Fachgebieten Informatik und Wirtschaftsinformatik bestrebt, den bisher niedrigen Anteil von Studentinnen zu steigern. 2020 belief sich der Anteil von Studienanfängerinnen der Fachgebiete auf 29 Prozent, die Absolventinnenquote betrug 18 Prozent. Ob es in den Wirtschaftswissenschaften an weiblichen Vorbildern mangelt? „Leider haben wir in der Fakultät, ebenso wie gesamtgesellschaftlich, einen sehr geringen Frauenanteil in Führungspositionen – in der Wissenschaft also Professorinnen. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bei Neuberufungen diesen Anteil in Orientierung an der Absolventinnen-Quote zu erhöhen,“ ist Prof. Weber zuversichtlich.

Während der Frauenanteil in Technik und Verwaltung deutlich ausgeprägter ist, nimmt der Anteil an Frauen mit der Höhe der Position ab. Im Gleichstellungsplan heißt es dazu: „In der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften sind Frauen auf höheren Qualifikationsstufen nach wie vor unterrepräsentiert. Dies gilt für die hiesige Fakultät ebenso wie bundesweit in den entsprechenden Fächern: BWL, VWL, Wirtschaftsinformatik und Informatik.“

Bis zur Professur ist es ein weiter weg, bei den Übergangsphasen von Frauen an der Fakultät sehen die Zahlen weniger optimistisch aus. Professor Weber erklärt: „Auf dem Weg zur Professur gibt es die Promotions- und die PostDoc-Phase und in diesen Phasen sinkt der Frauenanteil leider ab.“ Die UDE habe jedoch zahlreiche Angebote, die den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs unterstützen. „Diese präsenter zu machen und weiter auszubauen ist sicher hilfreich. Dazu möchten wir als Fakultät gerne beitragen“, so der Lehrstuhlinhaber.

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