Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Wahl der Universitätskommissionen verschoben

(Foto: dpe)

12.11.2018 11:35 - Dennis Pesch

Die Wahl zu den Universitätskommissionen an der Universität Duisburg-Essen (UDE) konnte bei der Senatssitzung am Freitag, 9. November, nicht durchgeführt werden. Sie wären nicht gleichermaßen von Frauen wie Männern besetzt gewesen. Das ist aber seit 1999 gesetzlich festgeschrieben.

„Die Gremien der Hochschule müssen geschlechtsparitätisch besetzt werden, es sei denn, im Einzelfall liegt eine sachlich begründete Ausnahme vor“, heißt es im Hochschulgesetz NRW. Was sperrig klingt, ist leicht erklärt: In demokratisch gewählten Gremien an staatlichen Hochschulen (in dem Fall die Universitätskommissionen) müssen Frauen genauso viel zu melden haben wie Männer. Die Interessen und Lebensrealitäten von Frauen müssen zur Repräsentation des Alltags besprochen und einbezogen werden, damit am Ende nicht nur die Männer über den Hochschulalltag von Frauen bestimmen, sondern auch sie selbst.

Die Wahl löste folglich eine einstündige Diskussion aus. Die Senatsvorsitzende, Professorin Anja Steinbach, plädierte zunächst dafür, die Wahl durchzuführen und erst zur nächsten Wahl in 2 Jahren eine Regelung zu diskutieren, die die gesetzliche Vorgabe erfüllt. Schon bei der letzten Wahl 2016 waren die Kommissionen jedoch nicht paritätisch besetzt worden. In der Kommission für Lehre, Studium und Weiterbildung beispielsweise sitzen derzeit für die Hochschullehrer*innen vier Männer.

Die Gleichstellungsbeauftragte der UDE, Professorin Christine Heil, kritisierte: „Es kann nicht sein, dass so ein hohes Gremium der Universität es nicht schafft, die Repräsentation von Frauen angemessen zu sichern.“ Sie appellierte an die Senatsmitglieder, „Maßnahmen zu ergreifen, die Vorschub leisten“. Was sie meint: Schon bei der Besetzung der Professuren hat die UDE Nachholbedarf. Drei von vier Stellen sind von Männern besetzt (akduell berichtete). Je höher der akademische Grad, desto weniger sind Frauen repräsentiert. Das wirkt sich auf die Besetzung der Kommissionen aus, da Frauen deutlich mehr Posten übernehmen müssten.

Auch am Verfahren gab es Kritik. Noch kurz vor Beginn der Sitzung wurden Wahlvorschläge eingereicht. Ute Schmiel, Professorin für Wirtschaftswissenschaften, sagte: „Das Verfahren ist äußerst problematisch, wenn kurz vorher noch Wahlvorschläge eingereicht werden.“ Beim Verfahren müsse vorher geprüft werden, ob die Listen in Ordnung seien, und die Repräsentation sichern: „Da muss sich der Senat über ein besseres Verfahren Gedanken machen“, forderte sie. Als Kompromiss schlug Steinbach vor, das Verfahren bei der nächsten Sitzung im Dezember zu besprechen. „Es handelt sich um ein Problem, für das man sich Zeit nehmen sollte“, sagte sie.

Letztendlich entschied sich der Senat aber dafür, die Wahl zu verschieben, weil auf fast allen Listen kein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu finden war, teilweise gab es sogar zu wenig Kandidaturen insgesamt.

Was machen diese Kommissionen überhaupt?

Am Freitag ebenfalls Thema im Senat war zum Beispiel die Kommission für Lehre, Studium und Weiterbildung. Dort sprechen die verschiedenen

„In der Kommission wird sehr allgemein darüber gesprochen, was Lehre ist und was wir davon erwarten“

Statusgruppen zum Beispiel über folgende Themen:

- Fragen zu Lehre und Studium

- Studienberatungen

- Evaluation der Lehre

Das sind nur drei von sechs Punkten. Der Student Marcus Lamprecht ist derzeit noch Vorsitzender der Kommission und war deshalb am Freitag auch im Senat zu Gast. „In der Kommission wird sehr allgemein darüber gesprochen, was Lehre ist und was wir davon erwarten“, erklärt er. Auch über die Rahmenprüfungsordnung wird dort gesprochen. Zum Beispiel darüber, wie viele Klausurversuche man bis zur Exmatrikulation haben darf. Bislang sind es 3. Die Studierenden hatten in den vergangenen Jahren vergeblich versucht, die Zahl auf 5 zu erhöhen.

Im Senat beschlossen wurde dafür am Freitag, dass es für Hochschullehrer*innen nun ein „Lehrforschungssemester“ geben soll. Derzeit können Professor*innen ein Freisemester bekommen, um sich ausschließlich ihrer Forschung zu widmen. Das wird nun durch das „Lehrforschungssemester“ ergänzt, damit sie sich auch der kritischen Überprüfung und Betrachtung ihrer eigenen Lehre widmen können. Auch über den Lehrpreis wird in der Kommission gesprochen, der jedes Jahr an den*die Professor*in mit der besten Lehre vergeben wird.

10 Dinge an denen ich merke, dass ich älter werde

An diesen 10 Dingen merkt unsere Redakteurin, dass sie älter geworden ist.
Von Lena Janßen in Gesellschaft
 

Zwischen den Stühlen — Part 2

Unsere Redakteurin erzählt, wie sich ihre Familie nach langjährigem Streit unerwartet versöhnt hat.
Von Helena Wagner in Gesellschaft
 

Durch ganz Deutschland mit dem 9-Euro-Ticket

Mit der Einführung des 9-Euro-Tickets kommen Studierende in den Genuss von einigen Vorteilen.
Von Magdalena Kensy in Gesellschaft
 
Konversation wird geladen