Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Senatswahl: GHG feiert Wahlsieg

Die Ergebnisse der Senatswahl auf einen Blick. (Grafik: dav)

16.07.2018 11:54 - Daniel Veutgen

 

Grund zum Jubeln für die Grüne Hochschulgruppe (GHG): Mit 41,4 Prozent der Stimmen bei der Senatswahl stellt sie bald zwei der vier studentischen Vertreter*innen. Auch Jusos und Linke Liste (LiLi) dürfen sich künftig über einen Platz freuen. Leer geht der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) aus, der im vergangen Jahr noch gemeinsam mit der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) für den Senat kandidiert hatte und stärkste Kraft geworden war.

Überschaubare vier Listen hatten sich dieses Jahr zur Wahl gestellt. Im Vorjahr war die Konkurrenz um die Senatsplätze mit den Antihelden und der Internationalen Liste größer. Beide Listen, sowie auch die LHG und die im Studierendenparlament vertretenen Unabhängigen Demokraten, traten nicht an. Für drei der vier Listen hat sich der Wahlkampf der vergangen Wochen gelohnt. Nach der Auszählung am vergangenen Freitag, 13. Juli, dürften dabei vor allem bei der GHG die Sektkorken geknallt haben.

Mit 375 Stimmen, 150 mehr als im Vorjahr, dürfen sie zwei der vier Senator*innen stellen. Neben der Wiederwahl von Aylin Kilic zieht auch Fabian Franken für die Liste in den Senat ein. „Wir freuen uns sehr über zwei Sitze im Senat und sehen das fantastische Ergebnis als eine Bestätigung unserer guten Senatsarbeit in den vergangenen Jahren“, so die GHG. Ihr starkes Abschneiden führt die Liste auch auf den Nichtantritt von den Antihelden und der Internationalen Liste zurück: „Bei internationalen Studierenden haben wir traditionell einen guten Stand und in den vergangenen Jahren potenziell leicht an die Internationale Liste Stimmen verloren, die wir nun wiedergewinnen konnten.“ Zusammen mit den anderen Vertreter*innen wolle man nun „eine starke, progressive studentische Stimme im Senat“ vertreten.

Jusos und LiLi zurück im Senat

Teil dieser Stimme werden auch die Vertreter*innen der Jusos und Linken Liste sein, die nach einem Jahr Abstinenz zurück in den Senat kehren. Bei der vergangenen Wahl waren beide noch auf den Plätzen fünf und sechs gelandet und hatten den Einzug teils mit nur einer Stimme verpasst. „Wir freuen uns sehr über die neuen Gestaltungsmöglichkeiten, die wir damit haben“, betonen die Jusos nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. Timon Rhein wird für sie künftig die Studierendenschaft vertreten. Er freut sich bereits auf die Aufgabe und Zusammenarbeit mit den anderen Vertreter*innen und glaubt, dass „wir doch eine bessere Repräsentanz der Studierenden im Senat erreichen können, als es im letzten Jahr der Fall gewesen ist“. Für die LiLi wurde Carlotta Kühnemann gewählt, die bereits Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) ist. „Wir freuen uns sehr auf eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Jusos und der GHG, die ja im AStA bereits wunderbar funktioniert”, so Kühnemann.

Verlierer der Senatswahl ist dieses Jahr der RCDS. War man zusammen mit der LHG im vergangen Jahr auf 213 Stimmen – und damit noch vor die GHG – gekommen, muss sich die Liste dieses Jahr mit dem vierten Platz abgeben. Besonders bitter: Durch das starke Ergebnis der GHG entfällt kein Senatssitz auf die Liste. „Es gab wieder die Idee, mit der LHG zu kandidieren. Doch die LHG hat sich schließlich dazu entschieden, nicht anzutreten. Auch deshalb war unsere Liste dieses Jahr etwas kleiner als die letzte, was bezogen auf das Wahlergebnis natürlich nicht hilfreich war“, versucht Christian Weidkamp (RCDS) den Stimmverlust zu erklären.

Wahlbeteiligung ernüchternd

Was – wie bei fast allen studentischen Gremienwahlen – die Listen eint, ist die Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung. Mit 962 abgegebenen Stimmzetteln haben gerade einmal 2,4 Prozent der Studierenden von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Woran kann das liegen? Schon seit längerem wird kritisiert, dass Studierende je nach Fachbereich bei der Senatswahl nur an einer Urne abstimmen können. Hinzu kommt der ungünstige Zeitpunkt zum Ende des Semesters. Zu dieser Zeit befänden sich laut GHG weniger Studierende auf dem Campus. Weiter kritisiert die Liste die geringe Bewerbung durch der Universität. Christian Weidkamp (RCDS) regt deswegen eine „neutrale Informationskampagne, die den Studenten den Senat und dessen Bedeutsamkeit nahe bringt“ an. Diese könne sowohl vom AStA, als auch vom Studierendenparlament initiiert werden. Die GHG sieht die geringe Wahlbeteiligung hingegen als Symptom der „Entdemokratisierung von Hochschulen“, bedingt durch die Fokussierung des Studiums „auf die Teilnahme an Lehrveranstaltungen und einem neoliberalen Erfolgsduktus des schnelleren und vermeintlich besseren Fertigwerdens“.

UDE: Hier könnt ihr am Campus entspannen

In diesem Campus-Guide erfahrt ihr, wo man entspannte Pausen an der Uni verbringen kann.
Von Lena Janßen in Campus
 

IAQ-Report dokumentiert institutionellen Rassismus

Drei Forscherinnen der UDE erkennen institutionellen Rassismus in der Polizei, der Arbeitsverwaltung und dem Gesundheitswesen.
Von Ayssa Maiß in Gesellschaft
 

Top of the Week 28. März - 03. April 2022

Ihr wisst noch nicht, was ihr diese Woche unternehmen möchtet? Schaut in unsere Übersicht rein!
Von Nikita Marcus Verbitskiy in Kultur
 
Konversation wird geladen