Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

CAMPUS

Feier-Utopie beim Campusfest

26.06.2018 19:18 - Maren Wenzel

Unitopia heißt die diesjährige Neuauflage des Festivals, das am 29. Juni ab 14 Uhr auf dem Campus Duisburg stattfinden wird. Einmal im Jahr präsentiert der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), der aus gewählten Vertreter*innen der Studierenden besteht, sein Festival; 2018 mit Bezug zum Thema „Recht auf Stadt”. Was das heißt und vor allem wer da auf den Bühnen steht, haben wir uns für euch angeschaut.

Zuerst einmal das Wichtigste bei jedem Festival: Das Line-Up. Die Studierenden des diesjährigen AStAs aus Grüner Hochschulgruppe, Linker Liste und den Juso Hochschulgruppe setzen beim Campusfest auf lokale Talente und politischen Inhalt. Die beiden Headliner*innen des Abends sind bekannt in der linken Szene: Egotronic und Sookee.

 

Sookee wurde bekannt als queere Rapperin. Ihre Texte drehen sich um diverse Themen wie Sexismus, Homophobie, psychische Erkrankung und Rechtsruck. Seit 2017 ist sie mit ihrem aktuellen Album Mortem & Make Up auf Tour. Im Lied Q1 rappt sie zu den derzeit erstarkenden rechten Parteien: „Ich verliere das Vertrauen, ich befürchte irgendwann steht für mich und meine Leute die Entscheidung an: Einsame Insel oder Untergrund.”

 

Auf den Bühnen: Ein Mix aus Rap, Rock und (Elektro-)Punk

 

Die vierköpfige Band Egotronic liefern seit 2005 Elektropunk mit linkem Inhalt. In ihrem aktuellen Album, das sowohl mit Band als auch in 8-Bit-Elektro erschien, findet sich Hass. So zum Beispiel im Song Deutschland, Arschloch, fick dich, in dem Sänger Torsun Burkhardt über deutsche Verhältnisse singt: „Wollt unter euch sein und Fremdes hat bei euch nichts verloren; egal ob Dresden oder Freital, der Pöbel zeigt den Zorn!” Sowohl Egotronic als auch Sookee lassen am Samstag das einschlägige Fusion Festival für das Unitopia links liegen.

 

Ebenfalls auf der sogenannten Stadtschalle-Bühne könnt ihr euch Mine anhören. Ihre divers klingenden Ideen bewegen sich stilistisch zwischen House und Pop. Sie tritt auch schonmal mit vollem Orchester auf und arbeitet mit Rapper*innen wie Fatoni und Edgar Wasser. Mit Fatoni rappt sie etwa auf dem Track Schminke: „Ich habe niemanden in der Familie, der mir nah ist; Ich habe Dinge im Kopf, die man besser vergisst; Ich habe eine WG zu dritt. Ich habe dreißig Jahre hinter mir so ganz ohne Hit.”

 

Wieder mehr Männer als Frauen, mehr deutsche als internationale Acts

 

Mit den Hauptacts setzt der AStA also vor allem auf deutsche Musik. Auf der kleineren Bauwagen-Buden-Bühne tritt als Headlinerin Akua Naru auf: Die in Köln lebende Rapperin macht sozialkritischen und poetischen englischen Conscious Rap auf Soul und Funk-Beats unterlegt mit Klängen vom afrikanischen Kontinent oder orchestralen Sounds.

 

Sookee, Mine und Akua Naru können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim diesjährigen Campusfest - das von einem linken AStA organisiert wird - wieder mehr Männer als Frauen (akduell berichtete) und wieder mehr deutsche als internationale Künstler*innen auf den Bühnen zu sehen sein werden. Wenn auch eine Verbesserung zu den Vorjahren beim Thema Diversität zu sehen ist.

 

Uni für alle, Stadt für alle

 

Das Motto Unitopia verspricht ein großes Rahmenprogramm. Der AStA will eine fiktive utopische Stadt in der Uni zeigen, die alle kreativ mitgestalten können: „Macht euch also auf aus dem grauen Ruhrpott und verbringt einen Tag in der Stadt der Städte!“ Mit dabei: ein Urban Game, Portrait-Zeichner*innen, eine Schminkecke, Spielbuden, reichlich Essensstände und der PARKplatz, wo DJ-Sets zum Tanzen und Chillen einladen. Außerdem könnt ihr an vielen Ständen Initiativen vom Campus, wie etwa die Fachschaften und politische Gruppen aus der Stadt kennenlernen. Auch die akduell könnt ihr an so einem Stand besuchen. Wir haben alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Mitmach-Aktionen für euch im Gepäck.

 

Das Unitopia-Festival, das sich über den Campus Duisburg verteilt, wird umsonst und draußen für alle, die feiern wollen, stattfinden. Eintritt muss man nicht zahlen, Essen und Trinken kann man sich auch selbst mitbringen; Sponsor*innen oder Werbung gibt es aber auch nicht. Grund dafür ist die solidarische Finanzierung des Festivals. Die 80.000 Euro, die die studentische Interessenvertretung im Haushalt für die Party eingeplant hat, stammen wie jedes Jahr aus den Beiträgen der Studierenden an die Studentische Selbstverwaltung.

 

Für die Beiträge der Studierenden findet man beim Unitopia auch etwas, was man nicht auf vielen Festivals hat: Einen Safe Space. „Unsere und eure schöne Stadt soll frei sein von Sexismus, Hass, Aufdringlichkeit und Übergriffen jeder Art”, so die Ankündigung. Das Awareness-Konzept (akduell berichtete) bietet sichtbare Ansprechpartner*innen, die über den Campus laufen und an die ihr euch wenden könnt, wenn ihr von rassistischen oder sexualisierten Übergriffen betroffen seid. Im Safe Space können sich Betroffene zurückziehen und Ruhe finden. [mac]

 

Das Line-Up mit Genre:

 

Stadtschalle (Hauptbühne)

14:15-14:45 Three Dollar Hat (Alternative Rock)

15:05-15:50 Fruity Luke (Rap)

16:10-16:55 BRTHR (Folk/Groove)

17:15-18:00 Juicy Gay (Rap/Cloud/Trap)

18:20-19:05 MC Smook (Rap/Trap)

19:25-20:10 Mine (Hip Hop/Funk/Pop)

20:30-21:15 Sookee (Queerer Rap)

21:40-22:25 Egotronic (Elektropunk)

 

Bauwagen-Buden-Bühne (Nebenbühne)

14:00-14:45 O.C. Lot (Rap)

15:15-16:00 Zeitkonsum (Punk/Skatepunk/Deutschrock)

16:30-17:15 Wegbier (Punkrock)

17:45-18:30 Jin.Jang Cliqq (Rap/Cloud/Trap)

19:00-19:45 Tune Circus (Alternative Rock)

20:15-21:00 Rainer von vielen (Indie/Rock/Hip Hop/World Music)

21:30-22:15 Akua Naru (Conscious Rap)

 

Foto: AStA Universität Duisburg Essen

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