Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

CAMPUS

Enactus kehrt an den UDE-Campus zurück

Im ersten Projekt sollen Masken und Kittel recycelt werden. [Foto: pixabay]
16.03.2022 11:27 - Lena Janßen

Nachdem Enactus an der Universität Duisburg-Essen (UDE) 2019 in der Kritik stand, einen Obdachlosen um Geld betrogen zu haben, löste sich das soziale Projekt kurze Zeit später auf (akduell berichtete). Nun haben sich elf Studierende zusammengetan, um Enactus an der UDE wiederzubeleben. Welche Pläne sie haben und warum es ihnen wichtig ist, sich von dem vorangegangenen Projekt abzugrenzen.  

Vor neun Monaten entstand bei Nico Cieslarczyk und einem Kommilitonen zum ersten Mal der Gedanke Kontakt zu Enactus Germany aufzunehmen. „Nachdem mein Kommilitone bei einer studentischen Unternehmungsberatung abgelehnt wurde, suchte er nach Alternativen, um sich an der UDE zu engagieren. Dabei ist er durch einen Freund auf die internationale studentische Organisation Enactus gestoßen”, erzählt Nico.  

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Enactus ist ein weltweites Netzwerk von Studierenden, dass sich mit nachhaltigem Unternehmer:innengeist auseinandersetzt und soziale und ökologische Geschäftsmodelle entwickelt. Mittlerweile engagieren sich 75.000 Studierende ehrenamtlich an zirka 3800 Projekten.  

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit Enactus im Mai 2021 wurde das Team der UDE sieben Monate später offiziell als Enactus-Team anerkannt. Heute sind sie als eigenständiger Verein in das Vereinsregister eingetragen. „Wir sind ein Team aus elf engagierten Studierenden mit diversen Studienschwerpunkten. Von den klassischen Wirtschaftswissenschaften bis hin zu Natur- und Ingenieurswissenschaften”, so Nico.  

Vier Projekte in Planung

Aktuell arbeitet Enactus Duisburg Essen an vier verschiedenen Projekten. „In unserem ersten Projekt wollen wir Kunststoffe wie Masken und Einmalkittel recyclen, um die Kunststoffrecyclingquote zu verbessern”, erklärt Nico. Das Recycling lohne sich aber erst ab einer bestimmten Menge: „Wir bemühen uns momentan gemeinsam mit Krankenhäusern und anderen Organisationen, bei denen eine größere Menge dieser Abfälle entsteht, ein umsetzbares Konzept zu entwickeln.” Die anderen drei Projekte befänden sich noch in einer frühen Anfangsphase, so Nico. „In unserem nationalen Projekt geht es um die Entwicklung von Insektenhotels durch Menschen mit Behinderung. Im internationalen Projekt geht es um Hygieneartikel für Mädchen und Frauen sowie um Schulartikel in Afrika”, berichtet er. Das vierte Projekt beschäftige sich mit der Zukunftstechnologie der vertikalen Landwirtschaft. 

Neben den bereits laufenden Projekten ist es dem Team wichtig, Enactus längerfristig an der UDE zu etablieren. „Gemeinsam wollen wir einen Beitrag zur Verwirklichung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten, um weltweit Menschen zu helfen”, führt Nico aus. Um diese Ziele verwirklichen zu können, sucht die Gruppe weiterhin nach Unterstützung in der Studierendenschaft: „Damit unser Verein ein solides Grundgerüst erhält, ist die Mitarbeit von Kommilitonen zentral. Wir suchen ab dem Sommersemester 2022 im April und im Oktober nach Studierenden, die die Leidenschaft haben, durch das Gründen von Start Ups, die Welt ein kleines Stück besser zu machen.” 

Von dem Enactus Projekt 2019, bei dem ein Obdachloser den Ertrag einer Pfandtonne erhalten sollte, möchte sich das neue Enactus Team abgrenzen. „Wir sind ein vollständig neues Team und haben mit dem Team vor zwei Jahren nichts zu tun”, betont Nico. Damals erhielt der Obdachlose Jörg nur einen Restbetrag des Geldes, das ihm durch die Pfandtonne zugestanden hätte. Ein ehemaliges Teammitglied erklärte damals, die Kommunikation sei fehlgeschlagen und niemand habe sich in der Verantwortung gesehen. „Die Aktion von damals ist nicht mit unserem individuellen und den Werten und Zielen von Enactus vereinbar. Wir wollen durch unsere Projekte die Welt ein kleines Stück besser machen”, ergänzt er. 
 

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