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CAMPUS

Aftermath des Prokrastinierens – Wie ihr ohne Panik die Klausurenphase meistert

Manche Studis lernen in Lerngruppen besser. [Foto: Helena Wagner]

12.07.2022 13:29 - Helena Wagner

Während des Semesters kann alles ganz schnell gehen und auf einmal findet man sich in Vorlesungsnotizen von vor vier Wochen wieder. Verpasster Unistoff kann im Hinblick auf die kommenden Klausuren Panik machen. Wie ihr verpassten Stoff aus dem Semester nachholen und euch gleichzeitig auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten könnt, erfahrt ihr in unserem Ratgeber.

1. Dem Schaden ins Auge sehen.

Auch wenn ihr euch bisher davor gedrückt habt, das eigentliche Ausmaß des Schadens wahrzunehmen, ist es unbedingt nötig. Schreibt auf, wie viele Kurse ihr verpasst habt und wie viele Sitzungen in euren Unterlagen fehlen. Wie viel Stoff müsst ihr  aufarbeiten und was davon ist wirklich wichtig? Und vor allem: Wie lange braucht ihr (realistisch) für die Nacharbeit? Einen guten Überblick bekommt ihr, wenn ihr diese Informationen in eine Tabelle eintragt. Nehmt euch dafür ein bis zwei Stunden Zeit. Ihr werdet die Aufgabe ernster nehmen, wenn ihr sie visualisiert auf einem Blatt Papier oder einer Excel-Datei seht.

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2. Priorisiert (und sortiert aus)

Wenn ihr das Ausmaß eures Prokrastinierens erfasst habt, werdet ihr schnell feststellen, dass es unrealistisch ist, alles gleich gründlich aufzuarbeiten. Deshalb ist es wichtig, euch im nächsten Schritt damit auseinanderzusetzen, was ihr davon wirklich braucht. In welchem Kurs schreibt ihr Klausuren oder müsst Studienleistungen abgeben? Diese Kurse priorisiert ihr nach den Mengen des Stoffs. Schreibt ihr beispielsweise in einem Kurs eine große Klausur, die den Stoff der letzten zwei Semester abfragt, solltet ihr diesen gründlich nacharbeiten. Steht ein Drittversuch an, wird dieser Stoff ebenfalls priorisiert. Nach diesem Muster geht ihr alle Kurse und Leistungen durch, die ihr belegt habt und nummeriert sie. Das könnt ihr in eurer Tabelle am Rand eintragen.

3. Der frühe Vogel…

Um eine Sache werdet ihr nicht herumkommen: Extrazeit einplanen. Ohne euch aktiv Zeit dafür zu nehmen, den verpassten Stoff aufzuarbeiten, werdet ihr es nicht schaffen. Auch wenn ihr euch auf die vorlesungsfreie Zeit freut und nichts mehr von der Uni wissen möchtet, werdet ihr euch langfristig keinen Gefallen damit tun. Versucht jeden Tag etwas Zeit freizuschaufeln, anstatt ganze Tage oder sogar Nächte für das Lernen zu blocken. Vielleicht schafft ihr es, eine Stunde früher aufzustehen, eine Stunde vor dem Schlafengehen am Schreibtisch einzuplanen, oder euch nach dem Mittagessen eine halbe Stunde Zeit zu nehmen.

4. Calendar Blocking – Ein realistischer Kalender

Die ewige Leier, die jede:r Studi kennt: Erstelle dir einen realistischen Lernplan. Doch dass Lernpläne selten hinhauen, ist kein Geheimnis. Meist liegt es daran, dass zu viel Stoff in zu wenig Zeit gequetscht wird und das wirkt entmutigend. Ein Kalender wird euch helfen, einen visuellen Überblick über eure Zeit zu bekommen. In Systemen wie Google Calendar oder auf dem iPad oder Mac könnt ihr eure Zeit in Blöcken visuell und farbig darstellen. Zuerst solltet ihr Termine eintragen, die sich nicht verschieben lassen, beispielsweise Arbeitszeiten. Wichtig sind auch Mittagspausen und Hobbies wie Sport. Nehmt euch ein festes – und vor allem ein realistisches – Zeitfenster dafür vor. Um diese Termine plant ihr dann die Lernzeit bis zu den Prüfungen. Nun seht ihr, wie viel Zeit ihr für wie viel Stoff habt und könnt sie euch einteilen.

5. Wirklich durchziehen

Jetzt habt ihr alles aufgeschrieben und geplant, doch garantiert das den Erfolg? Wichtig ist, dass ihr euch von der Menge des Stoffs und der Knappheit der Zeit nicht abschrecken lasst. Am Ende gilt: Was ihr habt, das habt ihr. Manchen Studis helfen Methoden wie die Promodoro-Methode oder die Activ-Recall Methode, andere lernen am besten, wenn sie Lernzettel schreiben. Es ist nicht schlimm, wenn ihr einen Tag nicht am Schreibtisch oder in der Bib zu finden seid, aber macht euch die Konsequenzen eures Prokrastinierens bewusst. Jeden Tag etwas zu tun wird euch davor schützen, die Klausurenphase mit einem Burnout abzuschließen. So könnt ihr auch während dieser Phase des Semesters Freizeit genießen.

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